Ziel Gruppenliga

Projekt Niederaula/Kerspenhausen: Elf Freunde statt schnödem Mammon

Im Bild von links: Lukas Gemming, Fabian Koch, Adrian Veapi (rotes Trikot) und Jan Ullrich
Collage: ON

05.05.2021 / NIEDERAULA - Elf Freunde müsst ihr sein? Von wegen! Diese Fußballweisheit ist in den meisten Fällen nichts anderes als eine schöne Wunschvorstellung, denn schon im Amateurbereich geht es viel zu oft lediglich um den schnöden Mammon. Wo man spielt, mit wem spielt? Egal, Hauptsache die Kohle stimmt. Es gibt aber auch noch Vereine, in denen es anders ist. Bestes Beispiel: Die SG Niederaula/Kerspenhausen.
 
Beim Nord-Kreisoberligisten tut sich gerade erstaunliches. Egal, ob aus Hessen- oder Verbandsliga, von überall kommen Spieler, die bereits in der Jugend für die Jugendabteilung der SG Niederaula/Kerspenhausen (JFV Aulatal) aktiv waren, zu ihrem Heimatverein zurück. Und das alles ohne das Geld fließt, wie der Verein versichert.

"Der Verein liegt uns am Herzen" 

Als Außenstehender fragt man sich unweigerlich, wie das möglich ist, in Zeiten, in denen schon in der Gruppenliga gutes Geld verdient werden kann. "Vielen von uns lag der Verein schon immer am Herzen. Es war klar, dass wir irgendwann wieder zurückkehren", erzählt Fabian Koch, der im vergangenen Sommer aus Steinbach zurück nach Niederaula wechselte.
 
Mit Spielern wie Lukas Gemming (SV Steinbach), Jan Ullrich (Adler Weidenhausen), Adrian Veapi oder Jonas Rös (beide SG Aulatal) folgen im Sommer weitere Spieler mit Talent und Erfahrung. Sie alle kennen sich aus der Jugendzeit, der Schoppenmannschaft des TSV Rot-Weiss Oberjossa, sind verwandt oder befreundet. Das familiäre Umfeld und das "Projekt Niederaula" sind ihnen wichtiger als ein paar hundert Euro, die sie vielleicht woanders hätten verdienen können.

Ziel Gruppenliga 

 
Martin Diebel, erster Vorsitzender und Stiefvater von Fabian Koch, kann das nur bestätigen. Er kennt die Jungs schon jahrelang, "viele sind quasi in meinem Garten groß geworden", sagt er lachend. Er weiß wie stark die Verbindung untereinander ist: "Sie sind alle eng befreundet und fühlen sich hier einfach wohl." Und das scheint nicht nur für die Neuzugänge zu gelten. Denn es haben auch alle aktuellen Spieler für die neue Saison zugesagt, trotz der enormen Konkurrenz. Für Diebel ein weiteres Zeichen, dass sich der Verein auf dem richtigen Weg befindet: "Wir haben richtig gute Voraussetzungen und ein super Klima, das merken die Jungs", sagt er.
 
Nach Jahren, in denen die besten Spieler dem Verein regelmäßig den Rücken kehrten, hat man so endlich wieder eine schlagkräftige Truppe zusammen. "Wir wollen angreifen", sagt Diebel klar. Mindestens in die Gruppenliga soll es gehen, dort will man sich etablieren. Auch wenn Diebel weiß, dass dies kein Selbstläufer wird. Mit der Rückkehr der verlorenen Söhne sind die Voraussetzungen so gut wie schon lange nicht mehr. (fh)+++

Jonas Rös (SG Aulatal) ist der bisher letzte Neuzugang

Präsident und Gastwirt Martin Diebel