Wie geht es weiter?

SG Barockstadt: Warum eine Klage kaum Aussicht auf Erfolg haben dürfte

Wahrscheinlich müssen die Fans ihre Mannschaft auch in der neuen Saison in der Hessenliga anfeuern
Archivfoto: Hendrik Urbin

04.05.2021 / FULDA - Der Stachel sitzt immer noch tief, doch der erste Schock dürfte inzwischen verdaut sein. Drei Tage ist die Nachricht, dass die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz nicht in die Regionalliga Südwest aufsteigen darf, nun alt. Jetzt stellt sich die Frage, wie der Verein mit dieser Entscheidung umgehen wird. Man hatte bereits angekündigt, dass man jedes rechtliche Mittel ausschöpfen wolle. Doch wie erfolgsversprechend ist das überhaupt?
 
Darüber dürften sich derzeit auch die Verantwortlichen der Barockstadt und der anderen involvierten Oberligisten intensiv die Köpfe zerbrechen. Denn eines ist klar: Die Entscheidung der Regionalliga Südwest GbR und ihrer Gesellschafter war alles, aber definitiv kein Schnellschuss aus der Hüfte.

Renommierter Sportrechtsexperte an Entscheidung beteiligt 

Blicken wir zurück: Dass es überhaupt so lange dauerte, bis eine Entscheidung vorlag, lag auch daran, dass die sieben Vertreter der Regionalliga aufgrund der zu befürchtenden Klagewelle alle Eventualitäten und mögliche Entscheidungsmöglichkeiten ausführlich über Anwälte prüfen ließen. Man darf also getrost davon ausgehen, dass das jetzt gefällte Ergebnis auf juristisch stabilen Füßen steht, zumal an dem Beschluss auch Frank Thumm, Geschäftsführer des Württembergischen Fußballverbandes, beteiligt war. Er gilt als einer der profiliertesten Sportrechtsexperten bundesweit.
 
Wenig Mut macht auch der Blick auf ähnlich gelagerte Fälle in der Vergangenheit. Der Letzte liegt noch gar nicht so lange zurück: Als im Dezember sechs Regionalligisten gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs klagten, wies das Landgericht Mannheim den Antrag auf einstweilige Verfügung ab. Generell greifen ordentliche Gerichte selten bei sportspezifischen Fragen ein. 

"Dann greifen wir nächstes Jahr zusammen erneut an"

Bei der SG Barokstadt will man die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgeben. "Wir sind es unseren Spielern, Fans, Helfern, Sponsoren und uns selbst schuldig, alles rechtlich zu prüfen und wenn es einen Ansatz gibt, werden wir dagegen vorgehen. Wir sind mit der Situation mehr als unzufrieden und enttäuscht über die Art und Weise wie hier mit den Vereinen umgegangen wird", heißt es in einem Statement von Teammanager Sebastian Möller auf der Homepage des Vereins.
 
Er betonte aber auch, dass egal was komme, man den Kopf nicht in den Sand stecken werde. "Wenn es diese Saison nichts mit dem Aufstieg wird, dann greifen wir halten nächstes Jahr zusammen erneut an." Vielleicht sollte man sich als Fan mit diesem Gedanken langsam vertraut machen. (fh)+++