Ärger wegen Srsen-Transfer

Alexander Bär stocksauer: "Das ist ganz unsportliches Geschäftsgebaren"

Alexander Bär ist sauer
Archivfoto: Carina Jirsch

28.04.2021 / NEUHOF - "Der Fußball ist ein dreckiges Geschäft geworden, in dem ein Handschlag nichts mehr zählt." Es sind deutliche Worte, die Alexander Bär findet. Beim Trainer des SV Neuhof hat sich jede Menge Wut angestaut. Grund dafür ist der Wechsel von Marin Srsen zur SG Johannesberg (SGJ). Bär wirft dem Spieler Wortbruch und der SGJ unsportliches Geschäftsgebaren vor.  
 
Als die Johannesberger vergangene Woche den Wechsel von Marin Srsen bekanntgaben, schien auf den ersten Blick alles nach einem ganz normalen Transfer auszusehen. Still und ohne Nebengeräusche.
 

Srsen stand in Neuhof bereits im Wort  

Doch hinter den Kulissen kracht es gewaltig. Der Grund: Srsen soll beim SV Neuhof bereits im Wort gestanden haben, das behauptet Neuhofs Trainer Alexander Bär. "Wir hatten uns bereits per Handschlag auf eine Vertragsverlängerung geeinigt, ihm Wohnung und Job vermittelt. Er hatte auch schon alle Vertragsunterlagen zuhause. Es fehlte nur die Unterschrift." 
 
Doch dazu kam es nicht mehr. Srsen entschloss sich trotz mündlicher Zusage zu einem Wechsel nach Johannesberg. Die Gründe dafür liegen für Bär auf der Hand: "Man weiß ja, dass in Johannesberg lukrativere Angebote gemacht werden, als bei uns, wenn mit Spielern verhandelt wird." Dabei hatte er die Verantwortlichen aus Johannesberg noch darauf aufmerksam gemacht, dass Srsen in Neuhof bereits zugesagt hatte. 
 
Auch deshalb bemängelt er, dass Absprachen im Fußball nicht mehr eingehalten werden und Vereine - wie in diesem Fall Johannesberg - das Ganze mit ihrem Verhalten noch befeuern würden. "Das ist für mich unsportliches Geschäftsgebaren. Es gibt kein Gentleman Agreement mehr. Dabei ist der aktuelle Fall nur die Spitze des Eisbergs. Das ist einfach nur noch zermürbend", sagt er.

In Zukunft nur noch juristisch abgesicherte Verträge

 
Beim SV Neuhof hat man deshalb Konsequenzen gezogen. In Zukunft werden Spieler nur noch juristisch abgesicherte Verträge unterschreiben dürfen, auch wenn die Ausarbeitung dieser Verträge den Verein zusätzlich finanziell belastet. "Klar tut uns das in der derzeitigen Situation weh, aber das Verhalten einiger ist so fürchterlich, dass wir uns gezwungen sehen, diesen Schritt zu gehen", sagt Bär.
 
Für Marin Srsen hat das Ganze trotz Wechsel unangenehme Konsequenzen. Der potentielle Arbeitgeber hat sein Jobangebot zurückgezogen, der bereits unterschriebene Mietvertrag wurde einseitig gekündigt. Neuhof hingegen muss sich nun nach einem neuen Innenverteidiger umsehen, da man dort fest mit Srsen plante. (fh) +++

Hier warf sich Marin Srsen noch für den SV Neuhof in den Zweikampf.
Archivfoto: Hendrik Urbin