Einer kommt, der andere geht

O|N im Gespräch mit Bürgermeister Ronny Lars Günkel und Hubert Blum

Wurde am Dienstag offiziell in sein Amt eigeführt: Bürgermeister Ronny Lars Günkel (parteilos). Neben ihm sein Vorgänger Hubert Blum (r.)
Archivfoto: Henrik Schmitt

15.04.2021 / HILDERS (RHÖN) - "In ein paar Jahren möchte ich gerne Folgendes über mich lesen: "Ronny Lars Günkel hat die Gemeinde Hilders gut geführt und die Herausforderungen, die beispielsweise die Corona-Krise oder auch der Gesellschaftsumbruch mit sich brachten, vorbildlich gemeistert."

Der neue Bürgermeister der Gemeinde Hilders hat klare Ziele. OSTHESSEN|NEWS hat mit ihm sowie mit seinem Amtsvorgänger Hubert Blum am Dienstag gesprochen. Es ist nach 17 Uhr, als die beiden "Gemeindeväter" im Rathaus aufeinandertreffen. Der Grund: Am Abend soll Günkel in das Amt des Bürgermeisters eingeführt werden. Was für den einen Grund zur Freude ist, ist für den anderen mit Wehmut verbunden.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

"Natürlich, ich habe mich selbst dazu entschieden, nicht mehr für das Amt zu kandidieren", erklärt Hubert Blum. Bereits in 2019 sei seine Entscheidung gefallen, dementsprechend habe er nun genügend "Vorlaufzeit" gehabt. "Jetzt, zwei Tage bevor wirklich Schluss ist, bin ich dennoch ein wenig wehmütig", gibt der 60-Jährige, der 18 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde lenkte, freimütig zu. "Ich glaube jedoch, dass die Amtsgeschäfte in Ronny Lars Günkels Händen gut aufgehoben sind". Er selbst erhofft sich durch den Wechsel an der Gemeindespitze "frischen Wind". "Man muss es offen zugeben: Ich habe das Amt des Bürgermeisters gelebt. Aber auch ich habe nach so langer Zeit Gebrauchs- und Verbrauchsspuren."

Seinem Nachfolger wünscht er von Herzen viel Glück. Beide Männer scheinen sich gut zu verstehen, es wird während des Gespräches viel gelacht und gescherzt. Für die Arbeit, die Hubert Blum leistete, ist Ronny Lars Günkel dankbar. Weil eigentlich alles in der Gemeinde "läuft" hat er nun erstmal Zeit, sich im Rathaus einzugewöhnen. "Ich bin freudig aufgeregt und möchte alle Mitarbeiter im ersten Schritt richtig kennenlernen." Zwar seien ihm vom Sehen her viele bekannt, "wir sind schließlich eine kleine Gemeinde", welche Aufgaben wer allerdings genau in der Verwaltung übernimmt, gelte es nun herauszufinden.

"Möchte mich beweisen"

Mehrere Projekte, die sein Amtsvorgänger angestoßen hat, möchte Günkel in Zukunft gut begleiten. "Die Gemeinde steckt mitten in der Arbeit, ich komme jetzt einfach dazu", erklärt er. Danach, so sagt er, möchte er eigene Visionen realisieren und der Gemeinde gut dienen. "Es ist ja so: Bei der Wahl habe ich derart viele Vorschusslorbeeren erhalten, nun möchte ich mich auch beweisen."

Dass er das schafft, davon ist der 45-jährige Polizeibeamte und Verwaltungsfachwirt, der fest in Hilders verwurzelt ist, überzeugt. "Ich habe Erfahrung in der Kommunalpolitik und große Lust auf die Aufgaben, die da kommen werden." Außerdem, fügt er hinzu, habe er das große Glück, einen starken Ehemann hinter sich zu wissen, der ihn bei allem unterstützt. (mr) +++