Nach Kommentar von Wehrführer Schmidt

Kreisfeuerwehrverband: Unmut über Impfpriorisierung der Einsatzkräfte wächst

Der Kreisfeuerwehrverband zu Wort spricht sich für die Impfung zum Schutz der Einsatzkräfte und für die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes in Pandemie-Zeiten aus.
Symbolbilder: O|N

13.04.2021 / REGION VB - Der Kommentar von Alsfelds Wehrführer Carsten Schmidt zur Corona-Impfung von Feuerwehrkräften schlug in der Region hohe Wellen. Daraufhin meldete sich nun auch der Kreisfeuerwehrverband zu Wort - dieser spricht sich ebenfalls für die Impfung zum Schutz der Einsatzkräfte und für die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes in Pandemie-Zeiten aus.

Corona hin, Corona her: Das Virus macht auch bei Einsätzen zu Bränden oder Unfällen keinen Halt. "Hierbei setzen sich die Einsatzkräfte auch dem Risiko einer möglichen Infektion aus, wenn sie Menschen aus einem verunfallten Fahrzeug befreien müssen oder bei medizinischen Notfällen den Rettungsdienst bei den sogenannten Traghilfen unterstützen", so Franz-Josef Kreuter, Geschäftsführer Kreisfeuerwehrverband Vogelsbergkreis. Das Tragen von Schutzmasken und Abstandsregeln werde zwar auch im Einsatz nach Möglichkeit praktiziert, "doch das Risiko einer Infektion schwingt immer mit und beunruhigt Einsatzkräfte aus Sorge um ihre Gesundheit und die ihrer Familien", heißt es. 

Unmut bei Einsatzkräften wächst

"Von daher wächst der Unmut über die Tatsache, dass Feuerwehrkräfte derzeit aufgrund der bestehenden gesetzlichen Regelungen und Impfstoffknappheit immer noch nicht geimpft werden können."

Und die Unzufriedenheit wird laut Kreuter weiter verstärkt: Denn wiederholt gibt es Sonderregelungen für andere Personengruppen - und auch die kürzlich getroffenen Regelungen für die Feuerwehren in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und im Saarland stoßen im Vogelsbergkreis bitter auf. "Von daher unterstützt der Kreisfeuerwehrverband Vogelsbergkreis ausdrücklich die kürzlich vom Landesfeuerwehrverband gestellte Forderung nach einer höher priorisierten Impfung der Feuerwehrangehörigen in Hessen, die überwiegend ehrenamtlich (im Vogelsbergkreis sogar ausschließlich ehrenamtlich) zum Schutz der Bevölkerung da sind."

Denn in den 19 Städten und Gemeinden des Vogelsbergkreises und einer Werkfeuerwehr befinden sich derzeit etwa 4.500 aktive Feuerwehrangehörige. Organisatorisch bereite man sich bereits auf die Impfung vor - allerdings warten die Einsatzkräfte derzeit noch vergeblich auf den konkreten Startzeitpunkt, zu dem den Einsatzkräften dieser wichtige Schutz zugutekommen kann.

Übungsbetrieb eingestellt: Folgen für 

Hinzukommt, das der Übungsbetrieb weitestgehend eingestellt und auf online umgestellt wurde, um Infektionsrisiken und die Gefahr des Ausfalls von Einsatzkräften zu minimieren. Doch an der Einsatzstelle ist vor allem praktisches Handeln gefragt, was erlernt und geübt werden muss.

"In den ersten Monaten der Pandemie war dies noch wenig problematisch, doch nach über einem Jahr wird das Bedürfnis, die praktischen Inhalte wieder zu festigen, immer größer." Sorge bereitet außerdem die Tatsache, dass junge Feuerwehrkräfte derzeit nicht beziehungsweise nur bedingt ausgebildet werden können, da das Lehrgangsangebot sowohl auf Kreisausbildungsebene, als auch an der Landesfeuerwehrschule stark eingeschränkt ist.

"Und weiterhin leidet die Jugendarbeit als wichtigster Bestandteil der Gewinnung von Nachwuchs für die Einsatzabteilungen der ehrenamtlich tätigen Feuerwehren." (Luisa Diegel) +++