Der Stadtpfarrer bei O|N

Impuls von Stadtpfarrer Stefan Buß: Beginn des Advent

Fuldas Innenstadtpfarrer Stefan Buß
Fotos: O|N-Archiv / Hendrik Urbin

30.11.2020 / FULDA - Die Kirche spricht eine Sprache, die niemand mehr versteht. So lautet ein oft geäußerter Vorwurf. Ein Beispiel dafür ist der Begriff "Advent". Was dieses Wort bedeutet, weiß kaum mehr jemand, daher hat man dieses Wort auch aus dem Wortschatz gestrichen und mit Weihnachten ersetzt. Wobei man auch mit dem Wort "Weihnachten" eigentlich mittlerweile etwas ganz anderes meint, als wir Christen damit verbinden. "Advent" heißt "Ankunft".

Vier Wochen lang warten wir auf die Ankunft Gottes unter uns. Vier Wochen lang bereiten wir uns auf die "Weihnacht" – auf die "geweihte Nacht" vor, in der Gott kommt. Advent – die beschauliche und stille Zeit beginnt. Aber ist das wirklich so? Wenn ich auf die Termine der nächsten Wochen sehe, befällt mich eine andere Ahnung. Und dann noch dieser Bibeltext am 1. Advent: "Die Sonne wird sich verfinstern, der Mond nicht mehr scheinen und die Sterne vom Himmel fallen, alles wird erschüttert werden." Haben wir die Erschütterungen nicht schon längst angesichts von Krieg, Hass und Gewalt in dieser Welt? Aber gerade unsere Zeit braucht Advent, das Wachrufen der Hoffnung und die Bewusstmachung.

Seid Jesus Christus läuft unser Leben und diese Welt nicht in ein Nichts, sondern wird von ihr gehalten. Dabei braucht es offene Menschen, die dies weitertragen und so an einer besseren Welt mit bauen. Nutzen wir doch den Advent für einen bewussten Anfang. Am 1. Advent heißt es also: Gott macht sich auf zu uns und will bei uns gut ankommen. Er kommt in menschlicher Gestalt als einer, der Gottes Vorstellung vom richtigen Leben gerecht wird (ein Gerechter) und der uns Menschen hilft in all unseren Widersprüchlichkeiten, Turbulenzen und Nöten, die zu unserem menschlichen Dasein gehören. (Stefan Buß) +++