Appell an Betroffene im Dannenröder Forst

Kirchenpräsident: Friedensbotschaft gegen blank liegende Nerven

Kirchenpräsident Volker Jung zum 1. Advent
Foto: EKHN/Neetz

29.11.2020 / REGION - Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat angesichts zunehmender Spannungen in der Gesellschaft mehr Engagement für das friedliche Miteinander angemahnt. "Gerade in diesem Jahr liegen die Nerven bei vielen blank", sagte Jung mit Blick auf die Coronakrise am Sonntag bei einem Gottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche. In einer Pandemie sei es aber wichtig, die Geduld nicht zu verlieren, erklärte der evangelische Geistliche im Rang eines Bischofs.

Frieden: Füreinander da sein

Es gehöre zudem zum Menschsein, "in einem guten Sinn füreinander da zu sein können und sich zugleich zu schützen". Dazu  könne das biblische Verständnis von Frieden beitragen. Dies sei immer mit Gerechtigkeit und Hilfe verbunden. Daran erinnerten Christinnen und Christen in der Adventszeit besonders,  die den Anfang eines neuen Kirchenjahres markiert.

Corona: Verleugnen der Wirklichkeit hilft nicht

Mit Blick auf die zunehmende Zahl von Corona-Leugnern sagte Jung auch, dass es wichtig sei, "nicht die eigene Sicht der Welt zur alleinigen Wahrheit zu erklären". Dies verhindere einen Weg zum Ausgleich und zur Versöhnung. Jung: "Frieden kommt nicht durch Verleugnung der Wirklichkeit." Dies schließe zugleich nicht aus, dass unterschiedliche Auffassungen und Meinungen vertreten und friedlich ausgetauscht werden könnten.

Dannenröder Forst: Gewalt ablegen, Verhältnismäßigkeit wahren

Jung ging auch auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen um den Ausbau der A49 im Mittelhessischen Dannenrod ein. Mit Blick auf die Friedensbotschaft der Adventszeit denke er besonders an alle Menschen im Dannenröder Forst. "Den Demonstrierenden kann man nur zurufen: Keine Drohungen und keine Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten. Den Polizistinnen und Polizisten: Bleiben Sie achtsam! Wahren Sie die Verhältnismäßigkeit! Den politisch Verantwortlichen: Überlegt, was ihr tun könnt, damit die Menschen wieder zueinander finden können."  

Hintergrund:  Gottesdienst am 1. Advent

In seiner Predigt zum 1. Advent hatte Kirchenpräsident Volker Jung einen Text aus dem biblischen Buch des Propheten Sacharja zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen gemacht. Darin heißt es unter anderem; "Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir (…) Denn er wird Frieden gebieten den Völkern (…)." Sacharja 9,9-10

Text und Wortlaut der Predigt auch im Internet:
https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/advent-friedensbotschaft-gegen-blank-liegende-nerven.html
(pm)+++