Aktuelle Entwicklungen im Handwerk

Sozialdemokraten tauschen sich mit Kreishandwerkermeister aus

Patrick Krug (l.) und Matthias Weitzel im Gespräch mit Kreishandwerkermeister Giese (Mitte)
Foto: SPD Vogelsberg

03.07.2020 / ALSFELD - Zu einem Gespräch über die aktuellen Entwicklungen im Vogelsberger Handwerk trafen sich kürzlich der Vorsitzende der Vogelsberger SPD, Patrick Krug, sowie der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Matthias Weitzel mit Kreishandwerksmeister Edwin Giese.

Hierbei ging es auch um die Auswirkungen der Corona-Pandemie, hinsichtlich derer Giese ein differenziertes Zwischenergebnis zog. "Wir sind bisher noch mit einem blauen Auge davongekommen", so Giese, "während einige Branchen mit Umsatzrückgängen fertig werden müssen, waren andere Bereiche wenig bis gar nicht betroffen." Zudem sei in den letzten Wochen seiner Einschätzung nach eine Veränderung im Kundenverhalten zu beobachten. So gehe im Lebensmittelbereich die Tendenz nach den jüngsten Skandalen in der Fleischindustrie wieder mehr hin zu traditionellen lokalen Handwerksbetrieben. "Wir begrüßen die Entwicklung hin zu einer größeren Nachfrage nach lokalen und regionalen Produkten. Um unsere heimischen Produzenten bei der Vermarktung ihrer Produkte besser zu unterstützen, haben wir im Kreistag bereits in den letzten Jahren die Initiative ergriffen, so dass der Vogelsbergkreis heute verstärkt auf Regionalmarketing setzt", betonte der SPD-Vorsitzende Patrick Krug. 

Aktuell stehe laut Giese bei den rund 1.500 Vogelsberger Handwerksbetrieben die Frage nach der Zahl der Ausbildungsplätze in Folge der Corona-Krise im Fokus. "Viele Ausbildungsmessen sind in diesem Jahr weggefallen, ebenso die Betriebspraktika.", erläutert Giese. Zudem seien viele Betriebe angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage zurückhaltend beim Abschluss neuer Ausbildungsverträge. Anderseits sei aber auch der Wegfall von Fachklassen an den Vogelsberger Berufsschulen mit der Folge, dass beispielsweise für den Beruf des Bäckers die Berufsschule nun außerhalb des Landkreises besucht und damit oftmals weitere Wegstrecken zurückgelegt werden müssten, nicht förderlich für das Interesse junger Menschen an bestimmten Berufsausbildungen.

"Die starren Vorgaben der Landesregierung für Schülerzahlen, die mindestens erreicht werden müssen, damit eine Berufsschule einen bestimmten Ausbildungsberuf unterrichten kann, schaden nicht nur den Berufsschulstandorten in Alsfeld und Lauterbach, sondern auch dem Vogelsberger Handwerk. Denn fehlt die Möglichkeit eine wohnortnahe Berufsschule besuchen zu können, werden viele Ausbildungsverträge erst gar nicht abgeschlossen. Anstatt Berufsschulen im ländlichen Raum zu stärken und damit auch die heimische Wirtschaft zu fördern, hält die Landesregierung seit Jahren an ihrem falschen Kurs fest und verschärft damit den Fachkräftemangel", machte Fraktionschef Weitzel die Kritik der Sozialdemokraten an der Landespolitik deutlich. (pm) +++