Zweimal rund ums Gewässer

Wettererprobt: Beim Rosenmontagszug war Grüsselbach fest in Narrenhand

Impressionen vom RoMo in Grüsselbach
Fotos: Winfried Möller

25.02.2020 / GRÜSSELBACH - Närrinnen und Narrhallesen sind wettererprobt. Trotz kühlem, regnerischen Wetter waren sowohl die Aktiven als auch die äußerst zahlreiche Zuschauermenge beim Umzug in der Fastnachtshochburg Grüsselbach gut drauf. Zweiunddreißig Motiv- und Fußgruppen umrundeten zweimal den Grüsselbach. Der wiederholte Stau kam Kindern und Erwachsenen zugute, konnten sie doch gefahrloser die ausgeworfenen Sachen einsammeln oder ein Schnäpschen probieren.

Dass es die Grüsselbacher ernst meinen mit Umweltschutz und Landwirtschaft war nicht nur aus den Sprüchen herauszulesen oder gar an der Verkleidung zu erkennen. Mehrfach hatte der KVG-Präsident Matthias Förster, der auch den Umzug kommentierte, öffentlich verlauten lassen, dass es keine Plastik oder Pappbecher geben werde. Jeder könne ja „sein Gläschen“ von zu Hause mitbringen. Wer aber sein Gläschen vergessen hatte, konnte eines erwerben.

Pünktlich zum Start machte der Regen eine Pause und die Musikkapelle Nüsttal heizte die Stimmung mit Fastnachtsmusik an. Wie jedes Jahr wie immer dabei die Ex-Frauengemeinschaft als Harlekine. Ihnen folgten die Fastnachtsfreunde als „LEITER-Macher“, die für Verantwortung im Ehrenamt warben. Schnapsig wurde es beim Elferrat und dem Hahngeschwader, die Schnapswanderung und Rasdorfer Schnapsbrennerei zum Thema hatten. Bevor der Trommel- und Fanfarenzug Rasdorf die Stimmung weiter anheizte, priesen die Gomberts die Haarkunst von Prinzessin Loraine und die fleißigen Bienchen das Glyphosat-Tabu.

Zu Ehren des Prinzenpaares weit angereist waren aus Bensheim „Onkel Joachim und Tante Gabis" mit ihrem Ziehwägelchen. Mit stürmischen Helau-Rufen wurde der Regentenwagen mit Seine Hoheit Prinz Christoph der 48. vom Birkenhof und Alpenland und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Loraine vom Malgeser Städterand begrüßt. Sie wurden von der Mini-, Teenie- und Junggarde angekündigt. Mit auf dem Wagen waren die feschen Mädchen der Prinzengarde. Bevor die Funkelmäuse und der Nahwärmewagen des Männergesangvereins Rasdorf als weitere Zugnummer passierten, präsentierten die Schalke-Fans des Prinzen ihren blau-weißen Förderturm und den mit echter Eierkohle beladenen Anhänger.

Zurück zu den 90-igern war das Thema von A-Team, Kirmes und Rasdorfer Sportclub. Keinen Schnaps, sondern feinschmeckenden Rohmilchkäse bot die Setzelbacher Käse-Trauben-Fußgruppe. Der Gemeindewagen hatte ganz auf regenerative Energie gesetzt. Zu Ehre von Prinzessin Loraine, die ja aus Malges stammt, waren Familie und Malgeser Carnevalsverein mit von der Partie, gefolgt vom Kirchhaseler Karnevals- und Freizeitverein mit Prinzenpaar und Hofstaat.

Natürlich durften die Randstaaten nicht fehlen. So gaben sich  die TSG Mackenzell, Mozart in Love von Schritttempo Mackenzell, der Fastnachtsverein Silges/Rimmels mit Prinz Hardy VII., Hochstift Silges, die Kirmesgesellschaften Haselstein und Großenbach sowie der Party-Bauwagen Soisdorf, die Schwarzbacher und das Team Spazestrack mit ihren Motivwagen die Ehre im Zug mitzufahren. Dazwischen ein aufgemotzter VW-Käfer, Baujahr 1987, und jede Menge Hexen, die durch Umzug und Zuschauer fegten. Mit brillanten Tänze der vier Garden des Karneval-Vereins Grüsselbach und einer tollen Stimmung innerhalb und außerhalb der Narrenhochburg DGH endete der Rosenmontag. (pm) +++