Mehrere Verletzte

Polizei ermittelt: Syrer rast mit geklautem Lkw in Autos - "Kein Terrorverdacht"

Ein Akt der Verwüstung
Foto: picture alliance/Thorsten Wagner/dpa

08.10.2019 / LIMBURG/LAHN - Ein vermutlicher Terroranschlag erschüttert Limburg an der Lahn: Am Montagabend hatte ein syrischer Flüchtling, der sich seit 2015 in Deutschland aufhalten soll, einen Lkw gestohlen und eine Amokfahrt in der Innenstadt begonnen. Insgesamt schob er sieben Autos aufeinander, neun Menschen wurden dabei verletzt.

Zunächst gab es unterschiedliche Informationen über die Anzahl der Verletzten sowie deren Gesundheitszustände. Mittlerweile ist bekannt, dass keines der Opfer in akuter Lebensgefahr schwebt. Den Täter konnten die Ermittler noch vor Ort festnehmen, auch er hatte sich bei seiner Chaosfahrt verletzt.

Wie mehrere Medien berichten, stuften die Behörden den Vorfall als Terror-Akt ein. Neben einem versuchten Anschlag halten die Ermittler aber auch eine psychisch bedingte Amokfahrt für möglich. Der in 1987 geborene Syrer hatte nach Angaben der Bild- Zeitung am Tattag bereits mehrfach zuvor versucht, einen Lkw zu stehlen. Außerdem sei der Mann polizeibekannt, allerdings bisher nicht als Islamist oder Gefährder eingestuft gewesen. Am 31. August soll er in Moers (NRW) eine 16-Jährige sexuell belästigt haben und mit Drogen- und Diebstahldelikten sowie Gewaltkriminalität aufgefallen sein. 

Am späten Nachmittag, gegen 17:20 Uhr gelang es ihm schließlich, einen Brummi-Fahrer an einer roten Ampel aus dessen Gefährt zu zerren. Die Frankfurter Neue Presse berichtet, dass der Syrier nach seiner Tat laut Zeugen mehrmals von "Allah" gesprochen habe.

Bereits in der Nacht auf Dienstag durchsuchte ein Sondereinsatzkommando der Polizei eine Wohnung im südhessischen Langen (Landkreis Offenbach). Die Aktion soll im Zusammenhang mit dem Vorfall in Limburg stehen.

UPDATE 18 Uhr: Das Nachrichtenportal hessenschau.de berichtet am Dienstagnachmittag: "Nach hr-Informationen spricht alles gegen einen terroristischen Hintergrund der Tat. Der Mann war polizeibekannt, allerdings wegen Drogen- und Gewaltdelikten."  Innenminister Peter Beuth (CDU) erklärte nach hr-Informationen, dass der Mann nach bisherigen Erkenntnissen "keine Verbindungen in die gewaltbereite islamistische Szene" habe. Demnach habe die zuständige Bundesanwaltschaft darauf verzcihtet, den Fall an sich zu ziehen. Man habe aber den Fall weiter im Blick.

UPDATE 13:15 Uhr: In einer Pressemitteilung schreibt die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, dass der Tatverdächtige noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden soll. "Im Zuge der umgehend eingeleiteten Ermittlungen wurden der LKW sowie die betei ligten Fahrzeuge sichergestellt. Diese werden derzeit kriminaltechnisch untersucht. Darüber hinaus wurden bereits gestern zwei Wohnungen im Landkreis Offenbach und im Landkreis Limburg-Weilburg durchsucht. Hierbei wurde Beweismaterial (u.a. Mobiltelefone und USB Sticks) sichergestellt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern derzeit an. Insbesondere zum Tatmotiv können derzeit noch keine Angaben gemacht werden; es wird in alle Richtungen ermittelt."

Sachdienliche Hinweise sowie Foto und Filmaufnahmen zu dem Vorfall wer den über Limburg@polizeihinweise.de oder jede Polizeidienststelle entgegengenommen. (mr) +++