Start-Abbruch nach technischen Problemen

Jumbo-Jet lässt Tausende Liter Kerosin über Vogelsberg und Rhön ab


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13.08.2019 / REGION - Mit 370 Passagieren an Bord musste am Montag eine Boeing 747 der Lufthansa kurz nach dem Start in Frankfurt am Main umdrehen. Eigentlich hätte es in Richtung Shanghai gehen sollen, der "Jumbo-Jet" machte aber über Mittelhessen "aufgrund technischer Probleme" Kehrt und flog zurück nach Frankfurt. Dafür ließ der Pilot 70.000 Liter Kerosin über der Region ab - der Raum Gießen, der Vogelsbergkreis, Teile von Hersfeld-Rotenburg und die Rhön waren betroffen.

Der Grund für das Ablassen: Vollgetankt könnte das Langstreckenflugzeug zu schwer für eine sichere Landung sein. Deshalb liegt es in der Hand des Piloten, zur Sicherheit aller Insassen einen Teil des getankten Treibstoffs abzulassen und so das Gewicht des Jumbos zu verringern. Dies kommt in Deutschland trotz Hundertausender Flugbewegungen nur etwa 20 Mal im Jahr vor.

Keine Gefahr für Mensch und Natur

Wie "Oberhessen-Live" berichtet, bestehe laut Umweltbundesamt aber keine Gefahr für Mensch, Tier oder Natur. Das Kerosin habe durch eine nebelartige Verteilung quasi keine Effekte am Boden, heißt es. Bei einem Treibstoffabwurf wird das Kerosin in einer Höhe von mindestens 1.800 Metern abgelassen, damit es zu feinen Tröpfchen zerstäubt und so der größte Teil des Kraftstoffs noch in der Luft verdunstet.

"Die Modellierungen der am Boden ankommenden Kerosinrückstände und die umwelttoxikologischen Untersuchungen des Umweltbundesamtes und seiner Auftragnehmer ergaben nach derzeitigem Wissensstand keine kritischen Umweltauswirkungen von Treibstoffschnellablässen auf Boden, Grundwasser, Luft und menschliche Gesundheit", schreibt die Behörde auf ihrer Webseite.

Der abgebrochene Start der Lufhansa-Maschine sei laut Sprechern des Unternehmens "rein vorsorglich" durchgeführt worden, auch die nach der Landung direkt angerückte Flughafenfeuerwehr habe dem Standardverfahren bei solchen Vorfällen entsprochen. (jub) +++