Ein überragendes Konzert

Roland Kaiser krönt den Hessentag - 10.000 feiern den Kult-Schlagerstar


Fotos: Hans-Hubertus Braune

13.06.2019 / BAD HERSFELD - Das Schlagerkonzert von Roland Kaiser wird in der Nachbetrachtung wohl eines der Highlights des 59. Hessentags in Bad Hersfeld sein. Am Mittwochabend sorgte er mit seinen populären Liedern vor 10.000 Zuschauern für eine tolle Atmosphäre. Vor dem Altmeister Kaiser heizte Newcomer Ben Zucker die Zuschauer in der Sparkassen-Arena mit seiner rauchigen Stimme an.

Kurz nach halb acht ging es endlich los, Ben Zucker legte mit seinem lockeren Erscheinungsbild einen druckvollen und mit seiner unverkennbaren Stimme tollen Auftritt hin. Neben seinen eher rockigen Klängen verstand Zucker, sich mit Balladen in die Herzen der Fans zu singen. Neben einer Hommage an seine Heimatstadt „Mein Berlin“ zeigte er auch seine Sympathie zur Hessentagsstadt Bad Hersfeld. Indem er im letzten Refrain seine Heimatstadt durch die Kurstadt ersetzte: „Mein Bad Hersfeld“. Mit seinen bekanntesten Songs wie „Na und“ oder „Was für eine geile Zeit“ erzeugte er eine tolle Stimmung in der Arena.

Um 20:45 Uhr war es dann soweit, der Kaiser war da. Einer der populärsten Sänger in Deutschland betrat die Bühne. Gleich zu Beginn begrüßte er die vielen tausend Fans und bot ihnen, als nach eigener Aussage „älteste Person in der Arena“, das Du an. Vom Erscheinungsbild unterschied er sich stark von Zucker. In einem typischem Roland Kaiser-Outfit mit Anzug und roter Krawatte ließ er wahrscheinlich vor allem die weiblichen Fans dahinschmelzen.

Den ersten Stimmungshöhepunkt erreichte Kaiser mit dem Lied "Dich zu lieben", welches die meisten seiner Fans auswendig mitsingen konnten. Kurz darauf brachte er mit seiner einzigen Nummer- Eins-Single "Santa Maria" das Publikum zum Kochen. Immer öfter band er die Zuschauer in die Texte ein. Bei "Manchmal möchte ich schon mit dir" übernahm das Publikum seinen Einsatz beim Refrain. Im Nu hatte Kaiser die Zuschauer elektrisiert und erzeugte somit eine wunderbare Atmosphäre.

Zwischen seinen Songs philosophierte Kaiser über die Themen seiner Lieder, dabei dominierten immer wieder Liebe und Beziehung. "Eine Beziehung muss für mich aus einem Gegensatz bestehen, dann gibt es mal ein Gewitter und danach die Versöhnung", empfand Kaiser subjektiv. Seine häufig anzüglichen Titel wie "Manchmal möchte ich schon mit dir", ließ er auch bei den Erläuterungen seiner Songs immer wieder durchklingen: "Gegensätze ziehen sich zunächst an und danach aus", kommentierte Kaiser flapsig.

Nach anderthalb Stunden und dem letzten Evergreen "Joana" schien das Konzert beendet zu sein, doch nach vielen Rufen nach einer Zugabe kam der gebürtige Berliner erneut auf die Bühne. Zum Schluss seiner Show spielte er das im Moment populärste Lied "Warum hast du nicht nein gesagt?", welches sowohl die älteren als auch die jüngeren Zuschauer perfekt mitsingen konnten. Nach etwa 130 Minuten verabschiedete Kaiser sich mit dem Wunsch: "Am liebsten würde ich jetzt noch drei Stunden für euch weiterspielen". (Kevin Kunze)+++