Pi mal Daumen?

Neue EU-Richtlinie: E-Tanksäulen müssen umgerüstet werden

Eine neue EU-Richtlinie fordert die Umrüstung der bestehenden E-Ladesäulen
Symbolbild: Pixabay

12.06.2019 / FULDA - Betreiber von öffentlichen Ladesäulen für E-Autos stehen dieser Tage vor einer großen Herausforderung: Die meisten Stromtankstellen haben nämlich keine geeichten Zähler. Das geht so nicht, besagt eine neue EU-Richtlinie und schreibt vor, dass alle Betreiber umgehend nachrüsten müssen.

Was in deutschen Haushalten selbstverständlich ist, galt bisher nicht für die meisten Ladesäulen für E-Autos. Wenn der heimische PC in Betrieb ist, oder sich der Fernseher im Stand -by-Modus befindet, läuft im Keller der Stromzähler mit. Der Endverbraucher darf darauf vertrauen, dass er schlussendlich nur das bezahlt, was er auch an Strom verbraucht hat. Bei den E-Ladesäulen ist das ein wenig komplizierter. Wer sich hier bedient, bezahlt häufig eine Minutenpauschale, ohne zu wissen, wie viel Strom er für sein Geld tatsächlich erhält.

Umrüstung nicht ganz einfach

Während es bei den Wechselstromsäulen bereits seit längerer Zeit entsprechende Messgeräte gibt, ist die Technik bei den Gleichstrom-Ladesäulen erst seit ein paar Wochen soweit. Die EU setze den Stromtankstellenbetreibern trotzdem eine letzte Frist, um umzurüsten. Stichtag: 31. März 2019

Der Tankkunde soll mehr Informationen bekommen als bislang

Wieviel wurde genau getankt? Die EU-Richtlinie fordert seit dem 1. April 2019 eine exakte Abrechnung. Von der neuen Vorgabe betroffen ist auch das Fuldaer Unternehmen RhönEnergie, das in den vergangenen Jahren in ihrem Netzgebiet eine öffentliche Lade-Infrastruktur aufgebaut hat. „Wir betreiben 48 E-Ladesäulen mit 96 Ladepunkten“ erklärt die Pressestelle des Unternehmens auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. „In der Regel müssen unsere Säulen nicht erneuert werden. Eine messtechnische Nachrüstung genügt.“ Die vorhandenen Säulen entsprächen an sich voll dem technischen Standard. „Schon heute sind in allen Ladesäulen der RhönEnergie Fulda eichrechtlich zugelassene Zähler verbaut. Es wird korrekt nach Kilowattstunden (kWh) abgerechnet. Der Kunde sieht auf dem Display der Tanksäule, wie viel Strom er geladen hat.“

Trotzdem muss auch das Unternehmen nun umrüsten. „Das wird sich über Monate erstrecken. „Die Hersteller sind gar nicht in der Lage, in Deutschland eine so große Zahl von Ladesäulen zeitnah umzurüsten. Die Kosten bewegen sich je nach Ladesäulentyp zwischen 800 bis 2.000 Euro – wohlgemerkt pro Säule.“ (mr) +++


Archivbild: O|N