Komische Liebesgeschichten und -gedichte

"Ich habe dich so lieb …": Schauspielerin Barbara Auer im ON-Gespräch

Bekannt durch Film und Fernsehen: Barbara Auer
Foto: Janine Guldener

07.12.2017 / FULDA - Am heutigen Donnerstagabend dreht sich im Schlosstheater Fulda alles um das wohl meistbesungene Thema aller Zeiten: die Liebe. Doch nicht die tragische, ernste Liebe wird beleuchtet, sondern die komische, erhellende, verblüffende, entkrampfende, Lachen-machende. Entgegen ihrem Ruf ist die deutsche Literatur durchaus keine komikfreie Zone. Und schließlich ist die Liebe eine zu wichtige Angelegenheit, um sie allein den poetischen Ernstmachern zu überlassen. Das Programm umfasst Geschichten und Gedichte u. a. von Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz und nicht zuletzt Texte von Christian Maintz selbst.

Die aus Funk und Fernsehen bekannte Schauspielerin Barbara Auer und der Autor, Literatur- und Medienwissenschaftler Christian Maintz präsentieren komische Liebesgeschichten und -gedichte und laden zu einem amüsanten Abend ein, der die Liebe von einer vielleicht eher ungewohnten Seite zeigt. Vorbeikommen lohnt sich nicht nur für Verliebte!

Interview mit Barbara Auer

O|N: Schön, Frau Auer, dass Sie Zeit für ein Interview haben. 'Ich hab Dich so lieb!' heißt Ihre Lesung, die Sie gemeinsam mit Christoph Maintz am morgigen Donnerstag im Schlosstheater auf die Bühne bringen. Erzählen Sie uns, was es damit auf sich hat? 

BARBARA AUER: Christoph Maintz hat eigene Gedichte geschrieben und unter dem Titel "Liebe in Lokalen" als Buch rausgegeben. Er hat die Texte zusammengestellt. Früher hat er mit Harry Rowohlt zusammen gelesen, lange Zeit - er kommt ja von der Literatur und irgendwann sind wir zusammengekommen und machen diese Lesungen - immer wieder mal. 

O|N: Sind das immer die selben Texte oder variieren Sie?

BARBARA AUER: Schon ein bisschen: Es ist im Grunde komische Lyrik und auch komische Prosa über die Liebe, was ja nicht immer komisch ist - Liebe per se ist ja nicht komisch. Für die, die drinnenstecken noch weniger, als für die, die das von draußen betrachten. Und da gibt es ganz viel: Man kann da bei Wilhelm Busch anfangen, über Heinrich Heine, jemanden wie Wedekind oder Tucholsky und Kästner, also alle diese bekannten, bis in die heutige Zeit, also Robert Gernhardt und auch Christian Maintz. Dazwischen auch Prosa, so von Dorothy Parker, was wir dialogisch lesen, was man als Mann und Frau auf der Bühne ja wunderbar machen kann. Und das Ganze ist also durchaus komisch und kurzweilig. 

O|N: Der Titel stammt doch von Ringelnatz´schönem Gedicht "Ich hab dich so lieb, ich würd dir ohne Bedenken ..."

BARBARA AUER: ... eine Kachel aus meinem Ofen schenken" - ja, das ist auch dabei!

O|N: Haben Sie persönlich ein Lieblingsgedicht oder eine Lieblingsstelle? 

BARBARA AUER: Nein, das wechselt immer. Es gibt manche, auf die freut man sich mehr, und andere, von denen man denkt, oh, das ist auch wieder dabei, denn Christian varriert die Texte ja auch. Es hängt natürlich auch damit zusammen, wie man sich fühlt, ehrlich gesagt. 

O|N: Ich stell es mir schön vor, wenn man einen Lesepartner hat, von dem man weiß, dass man mit ihm harmoniert und dass man das Programm gut über die Rampe kriegt. 

BARBARA AUER: Ja, das tun wir und wir haben vor allem beide Spaß miteinander und auch daran, wenn der andere liest. Es gibt da eines von seinen Gedichten, das liebe ich, und ich muss jedes Mal wieder lachen. Wir haben wirklich beide unsere Freude dran.

O|N: Das ist bestimmt eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Funke aufs Publikum überspringt, oder? 

BARBARA AUER: Absolut! Das überträgt sich dann auch. 

O|N: Waren Sie schon mal in Fulda?

BARBARA AUER: Jetzt erwischen Sie mich aber - ich weiß es gar nicht. 

O|N: Das heißt, wenn ja, hat es Sie nicht besonders beeindruckt?

BARBARA AUER: Ich weiß es nicht mehr, - ich glaube nicht. Ich weiß: Axel Hegmann, unser Agent, der uns betreut, hat so geschwärmt vom Schlosstheater und unserem Hotel und hat gesagt, das ist so schön, da können Sie sich drauf freuen. Und da müsste ich mich doch dran erinnern.

O|N: Da bin ich ganz sicher: Wer in Fulda war, vergisst es nicht. Das hiesige Publikum ist vielleicht ein bisschen zurückhaltender als anderswo, aber Sie werden keine Problem haben, es zu erreichen, mit dem was Sie machen. 

BARBARA AUER: Also, dass sie auch Sinn für Humor haben? Das ist schön. Wissen Sie, das Gemeine bei diesen Lesungen ist ja: Man reist mittags an, macht eine Tonprobe, macht die Lesung und am nächsten Morgen ist man schon wieder im Zug. Man sieht eigentlich nichts. Man müsste es sich anders einteilen, man müsste sich wirklich mal die Zeit nehmen, sich was anzugucken. 

O|N: Das werden Sie bestimmt nicht bereuen. Die Fuldaer werden Sie am heutigen Donnerstagabend bei Ihrer Lesung sicher herzlich und mit offenen Armen empfangen. 

BARBARA AUER: Ich freu mich auch schon drauf - und vielen Dank für das Gespräch.
(Das Interview führte O|N-Redakteurin Carla Ihle-Becker) +++