Bereits neue Ideen für 2017

Bilanz von Weihnachtsmarkt und Winterwald: auch nach Weihnachten Glühwein

Karl Fuß verkauft an seinem Stand außergewöhnliche Ausstechformen...
Fotos.Martin Engel (7)

Der Weihnachtsstress und Trubel vor den Feiertagen neigt sich langsam dem Ende zu - denn heute ist Heiligabend und somit schließen auch die Buden auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt. Nach stressigen vier Wochen ziehen die Standbetreiber von Süßwaren bis Ausstechformen für Weihnachtsgebäck Bilanz. Auch Stefan Wehner , Geschäftsführer von Campo Fulda und IG-Vorsitzender, blickt zufrieden auf den diesjährigen Winterwald zurück.

Viele sind noch schockiert vom Terror-Anschlag am Berliner Breitscheidplatz und überlegen es sich nun zweimal, ob sie vor die Tür gehen sollen oder einen Weihnachtsmarkt besuchen. Dass diese Angst auch in Fulda zu spüren sei, sagt Karl Fuß, der nahe des Brunnens am Uniplatz einen Stand für Plätzchenausstechformen betreibt. "Schon letztes Jahr war das Geschäft rückläufig, da bereits 2015 vermehrt Anschläge in Europa verübt worden sind. Meiner Meinung nach sind seit dem Angriff auf den Berliner Weihnachtsmarkt die Besucherzahlen auch hier in Fulda zurückgegangen", berichtet Fuß, der hier zum dritten Mal seine Ausstechformen verkauft. Absoluter Renner dieses Jahr sei das Einhorn gewesen, erklärt er. 

Einen besonderen Leckerbissen lieferten wieder die Betreiber des "Dresdner Handbrots", die mit ihren gefüllten Broten die Herzen der Fuldaer Feinschmecker höher schlagen lassen. Favorit der Besucher sind Champignons mit Käse, so Gunar Laabs. Allen Erwartungen entgegen wurden Süßwaren wie gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und Co. in diesem Jahr weniger nachgefragt. "Die Leute kaufen immer weniger Süßes. Unsere Familie betreibt seit 30 Jahren diesen Stand, deshalb kann ich ganz gut beurteilen, dass sich das Kaufverhalten der Fuldaer verändert hat", so Annelore Butters vom Stand "Nüsse aus aller Welt".

"Der Weihnachtsmarkt 2016 war nicht nur wettertechnisch hervorragend. Allgemein kann ich nicht über fehlende Nachfrage klagen", resümiert Jupp Hahner, Inhaber von "Hahners Glühwein-Chalet". Schon dieses Jahr habe Hahner in den Außenbereich seines Chalets investiert - das hat sich gelohnt, denn sein Glühweinstand wurde als schönster ausgezeichnet. 2017 möchte Hahner noch eine Schippe drauf legen und sich noch mehr Mühe mit der Außengestaltung geben. Der Weinhändler sieht es anders als Karl Fuß: "Die Besucher haben sich nicht von dem Terror-Anschlag einschüchtern lassen. Ich sehe hier keinen Rückgang, was die Besucherzahlen angeht."

Bilanz des Winterwaldes

Zum Fuldaer Weihnachtsmarkt gehört seit dem vergangenem Jahr auch der Winterwald vor der Stadtpfarrkirche. An dessen Konzept sei nichts auszusetzen: "Wir haben versucht mit eindrucksvollen, weihnachtlichen Elementen wie Holz, Bäumen, einer offenen Feuerstelle und toller Beleuchtung den Wald gemütlich herzurichten. Ein solches Konzept muss mit Liebe und viel Geld umgesetzt werden - das haben auch die Besucher wahrgenommen und wertgeschätzt", erklärt Stefan Wehner. Mehr als 100.000 Euro seien aufgewandt worden, bevor der erste Glühwein geflossen sei.

"Wir haben 14 Tage lang aufgebaut, es war ein enormer Aufwand - das Aufstellen der Bäume und Hütten sowie die Beleuchtungsinszenierung. Es hat sich aber gelohnt und die Marktbetreiber sind im Allgemeinen zufrieden mit der großen Resonanz und dem Umsatz", berichtet der Vorsitzender der IG Friedrichstraße. In 2016 sei der Winterwald direkt gut angelaufen. Im Vorjahr sah das noch anders aus, das habe aber daran gelegen, dass der Wald noch neu war. Viel Lob gab es besonders von Auswärtigen und Hotelgästen. "Während der Woche war der Besuch natürlich überschaubar. Hier gilt es die Gesamtaktivität nochmals zu steigern. Eine Idee wäre da vielleicht eine Eisbahn", so Wehner weiter.

Auch nach Weihnachten Glühwein genießen

Und es gibt in diesem Jahr ein absolutes Novum: Nach den Feiertagen geht es nämlich in die zweite Runde: Ab dem 27. bis einschließlich 30. Dezember hat der Wald inklusive der Stände wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Dann können Glühwein-Liebhaber wieder auf ihre Kosten kommen. (Franziska Vogt/Nina Sauer) +++

..aber auf traditionelle Formen für Weihnachtsgebäck..
Fotos: Franziska Vogt (12)


..ein absoluter Renner dieses Jahr war das Einhorn

Das das \"Dredner Handbrot\" verwöhnt seit zwei Jahren die Gaumen der Besucher.















Der Fuldaer Weihnachtsmarkt bei Nacht