Kerstin und Gerd Hausner ausgezeichnet

Der Hessische Denkmalschutzpreis geht auch ans ehemalige EIKA-Gebäude

Das EIKA-Gebäude nach der Komplettsanierung
Foto: Christine Krienke, LfDH

16.09.2020 / WIESBADEN/FULDA - Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat am Dienstag den Hessischen Denkmalschutzpreis 2020 überreicht. Die Auszeichnung ehrt Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler restauriert oder erforscht. Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus Fulda, Kiedrich (Rheingau-Taunus-Kreis), Wiesbaden, Darmstadt, Marburg, Lich (Landkreis Gießen), Frankfurt, Gießen, Weilmünster-Langenbach (Landkreis Limburg-Weilburg) und Limeshain (Wetteraukreis).

Das ausgezeichnete Objekt in Fulda ist die ehemalige Wachswarenfabrik EIKA, An Vierzehnheiligen. Es erhielt in der Kategorie "Private Preisträger" den 3. Platz. Preisträger ist das Ehepaar Kerstin und Gerd Hausner aus Zeitlofs-Roßbach. Für die Komplettsanierung zeichnete das Architekturbüro Sichau + Walter Architekten BDA aus Fulda
verantwortlich. Es gibt einen Geldpreis von 6.000 Euro, Bronzeplakette und Urkunde.

Das Votum der Jury: "Mit einem hohen Maß an Idealismus, Risikobereitschaft und denkmalpflegerischer Sensibilität ist es dem Ehepaar Hausner gelungen, das EIKA-Gebäude, ein Industriegebäude, das für die Stadt Fulda aus geschichtlicher und städtebaulicher Sicht von besonderer Bedeutung ist, einer neuen Nutzung zuzuführen."

Hintergrund: Das an exponiertem Standort weithin sichtbare, markante Gebäude war seit 1824 Sitz des Traditionsunternehmens Eickenscheidt, später EIKA, dem Zentrum der deutschen Kerzenfabrikation. Mit der Insolvenz des traditionsreichen Unternehmens war die Zukunft des Kulturdenkmals unsicher geworden. Seinen "Retter" fand das Kulturdenkmal schließlich in der Familie Hausner, die das 1902 erbaute Fabrikgebäude übernahm. Jüngere Anbauten wurden entfernt, vor allem aber musste der Hausschwamm, der sich in Folge jahrzehntelangen Leerstands entwickelt hatte, behoben, das Mauerwerk saniert und das Dach abgedichtet werden. Im Erdgeschoss konnten neun historische Fenster erhalten werden, alle anderen wurden durch detailgetreue Repliken ergänzt. Im Inneren blieb die Raumstruktur der ehemaligen Manufaktur samt Gebrauchsspuren unverändert und die Haustechnik wurde komplett erneuert.

Seit der Restaurierung (2016-2019) wird das Gebäude vom Malteser Hilfsdienst genutzt. In den großzügigen Räumlichkeiten konnten die Malteser-Institutionen mit ihren vielfältigen Angeboten konzentriert und zentralisiert werden. Auch ein Yoga- und ein Filmstudio haben sich dort angesiedelt. (pm) +++

Innenansicht vom Vorzustand
Foto: Carina Jirsch
Die Gebäuderückseite nach dem Rückbau jüngerer Anbauten,
Foto: G. Hausner