Hessen Kassel droht mit Klage

Wie groß ist die Aufstiegs-Hoffnung der Tabellenzweiten?

Profitiert der eine vom anderen? Hessen Kassel will in die Regionalliga aufsteigen und könnte auch den SV Flieden mit Sascha Rumpeltes (r.) zum Aufstieg verhelfen.
Archivfoto: Carina Jirsch

20.05.2020 / REGION - Nachdem der Hessische Fußball-Verband (HFV) am Samstag den Grundstein für einen Saisonabbruch gelegt hat, fragen sich die Tabellenzweiten jeder Spielklasse, wie mit ihrem theoretischen Aufstiegsrecht verfahren wird. In Punkt neun des Beschlusses ließ der HFV eine Hintertür für die Mannschaften offen, die einen Relegationsplatz einnehmen.

Dort heißt es im Wortlaut: "Zum Thema Relegation/Aufstiegsspiele ist eine abschließende rechtliche Prüfung für den Seniorenbereich vorzunehmen. Ebenso sind finale Beschlüsse für das Vorgehen im Junioren- und Frauenbereich für den außerordentlichen Verbandstag vorzubereiten." Da bei einem Saisonabbruch auch keine Relegationsspiele ausgetragen werden würden, käme als einzige Möglichkeit die Quotientenregel infrage.

Im Falle der Hessenliga stiege Hessen Kassel in die Regionalliga auf, der SV Flieden dürfte sich auf die Hessenliga freuen und der FSV Dörnberg wäre aus der Dreier-Relegation der Gruppenliga mit dem FSV Thalau und dem 1. FC Schwalmstadt die punktstärkste Mannschaft. Dass der HFV plötzlich allen Teams den Aufstieg ermöglicht und die Hessenliga um gleich vier Teams aufgestockt wird, erscheint bei einem möglichen Saisonstart im September als unwahrscheinlich.

Bleibt nur die Frage, ob der HFV auch so entscheidet. Beim SV Flieden möchte man sich zu dem Thema nicht äußern, sondern abwarten, was der Verband zu dieser Situation zu sagen hat. Möglich, dass es Informationen auch erst beim außerordentlichen Verbandstag gibt. Zwei Termine schweben dem dem HFV vor: entweder der 13. oder ab der 20. Juni.

Apropos Hessen Kassel: der Verein hat bereits angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, sollte ihnen die Aufstiegs-Möglichkeit verwehrt bleiben. Gegenüber der "Hessenschau" äußerte sich HFV-Präsident Stefan Reuß, dass man hinter den Nordhessen stehe. Die Entscheidung obliegt aber den Verantwortlichen der Regionalliga Südwest. Entscheiden die pro Hessen Kassel, dürfte dies auch bei vielen weiteren Tabellenzweiten für Freude sorgen. (tw) +++