Ja, ich will!

In Fulda ist heiraten noch erlaubt – allerdings mit Abstrichen

Zu einem der schönsten Tage im Leben gehören viele Gäste - aktuell sind diese aber verboten
Symbolbilder: Pixabay

26.03.2020 / FULDA - „Ja, ich will.“ Eigentlich sollte der Hochzeitstag eines der schönsten Erlebnisse im Leben sein, doch Corona macht vielen Brautpaaren in spe gerade einen gnadenlosen Strich durch die Rechnung. Monatelang wird im Voraus geplant, die Vorfreude bei allen Beteiligten ist riesig. Der Standesamtstermin steht, vielleicht ist auch die kirchliche Trauung anberaumt. Fest gebucht sind Location, Caterer und Fotograf.

Bei den Nachbarn in Bayern darf aufgrund der Corona-Krise aktuell gar nicht mehr geheiratet werden. Hochzeiten werden nun aufs nächste Jahr verschoben, einen Wunschtermin beim ortsansässigen Standesamt zu bekommen, gestaltet sich durch die erhöhte Nachfrage dennoch als schwierig. Man nimmt nun, was man kriegen kann. Die aufkommenden Kosten, die für die ausgefallenen Feiern entstehen, tragen erstmal die Heiratswilligen.

In Hessen ist die Situation zumindest etwas besser. Hier dürfen die Menschen noch heiraten, allerdings in stark abgespeckter Version. „Neben dem Brautpaar dürfen noch die Trauzeugen mit in den Saal“, heißt es beispielsweise, wenn man sich in Fulda das Ja-Wort geben möchte. Weitere Gäste, etwa die Eltern des Brautpaares, müssen draußen bleiben. Auch der Umtrunk, der normalerweise nach der Zeremonie abgehalten wird, entfällt.

239 Paare sind für den Zeitraum von März bis August 2020 bereits angemeldet

Die meisten Paare, erzählt der Pressesprecher der Stadt Fulda, Johannes Heller, seien dennoch glücklich darüber, überhaupt noch heiraten zu können. „Bis auf eine Ausnahme zeigten sich alle sehr verständnisvoll.“ Natürlich, so meint er, seien die Menschen traurig darüber, dass die lange geplante Hochzeit nicht gebührend gefeiert werden könnte. „Einige Trautermine wurden deswegen auch schon von den Betroffenen selbst verschoben.“ Ein Paar, erzählt er, habe seinen Hochzeitstermin komplett abgesagt, ein anderes hätte die Trauung spontan vorgezogen.

Zumindest im Stadtschloss Fulda müssen diejenigen, die ihren Termin verschieben, nicht mit hohen zusätzlichen Kosten rechnen. „Der Trautermin wird kostenfrei verschoben.“ Die Anmeldung der Eheschließung sei sechs Monate gültig, erst danach müsse die gesetzliche Gebühr für die Prüfung der Ehevoraussetzungen sowie die Meldebescheinigungen neu bezahlt werden. „Bereits entrichtete Zahlungen für die Durchführung der Eheschließung, die Trausaalgebühr und weitere Kosten werden verrechnet und müssen nicht erneut beglichen werden“, erklärt Johannes Heller.

Absage an neue Paare

Derzeit, meint der Pressesprecher, würden vermehrt Paare aus anderen Kommunen anrufen, die von ihren gebuchten Standesämtern eine Absage erhalten hätten. „Weitere Termine können wir in der aktuellen Situation jedoch nicht annehmen.“ (mr) +++









Die Location ist gebucht und bezahlt - allerdings darf hier momentan nicht gefeiert werden

Hochzeiten werden in Fulda aktuell nur mit zwei weiteren Personen, den Trauzeugen, geschlossen