Getränkeindustrie in Sorge

Hamsterkäufe führen zu Leergutmangel: "Absätze wie im heißesten Sommer"


Collage: O|N

24.03.2020 / REGION - Neben Toilettenpapier und Nudeln werden jetzt auch Getränke gehamstert. Und das ist ein großes Problem für die Getränkeindustrie. Der Grund: Es kommt weniger Leergut zurück, da die Menschen die Kisten zuhause bevorraten. Der Mangel an Leergut ist schon jetzt erheblich. Das bestätigen uns die Getränkeunternehmen der Region: 

Mineral- und Heilquelle Förstina Sprudel

"Die Situation ist angespannt. Die Hamsterkäufer machen auch vor Mineralwasser nicht halt. Es kommt weniger Leergut zurück, als Vollgut rausgeht. Besondere Probleme haben wir bei der Ein-Liter-Flasche und den Glasflaschen. Wir müssen jetzt schauen, wie wir mit der Situation umgehen. Wir bitten deshalb von Hamsterkäufen abzusehen, sonst kann der Kreislauf nicht erhalten bleiben", so Marketingleiter Peter Seufert von Förstina Sprudel aus Eichenzell-Lütter.

Mineralbrunnen Rhön Sprudel

"Wir sind mit allen Gebinden lieferfähig. Dennoch merken wir das Problem der Vorratskäufe ähnlich wie beim Toilettenpapier. Wir haben teilweise Absätze wie im heißesten Sommer. Deshalb appellieren wir, das Leergut zurückzugeben. Besonders Glasflaschen lassen sich so schnell nicht nachproduzieren. Es wäre schöner, wenn wir genügend Leergut auf dem Hof hätten", so Marketingleiter Jürgen Bühler von Rhön Sprudel aus Ebersburg (Rhön).

Getränke Heurich

"Da wir kein Getränkehersteller sind, sondern ein Großhandel, geben wir das Leergut, das wir bekommen an die Händler zurück. Bei den Brunnen ist da die Lage angespannter. Wir sind auf die Brunnen angewiesen, da wir das Vollgut gegen Leergut tauschen", erklärt Michael Jung vom Getränke-Fachgroßhandel Heurich in Petersberg bei Fulda.

Es muss jetzt ausreichend Leergut in den Kreislauf des Mehrwegsystems zurückkommen. Deshalb der Appell aus der Getränkeindustrie: "Bitte bringt die leeren Kästen zurück!" (Moritz Pappert) +++