O|N-Reporterin Luisa Diegel in Thailand

"Corona ist unser zweiter Tsunami. Der Unterschied: wir leben noch!"

O|N-Reporterin Luisa Diegel am Strand von Khao Lak in Thailand
Fotos: Philipp Heinz

25.03.2020 / KHAO LAK - 9.000 Kilometer trennen OSTHESSEN|NEWS-Reporterin Luisa Diegel und ihren Freund Philipp Heinz derzeit von ihrer Heimat Ehringshausen (Gemünden-Felda) im Vogelsbergkreis. Sie befinden sich aktuell in Thailand, genauer gesagt in Khao Lak. In Corona-Zeiten Urlaub machen und am Meer entspannen - funktioniert das überhaupt? "Wir versuchen die Zeit hier zu genießen, wissen aber auch, dass wir in eine völlig neue Welt nach Deutschland zurückkommen werden."

Als sich Luisa und Philipp im März auf den Weg in ihren Traumurlaub nach Asien machten, war die Situation in Deutschland noch eine ganz andere. Weder Kontaktverbot, noch Hamsterkauf oder Einreisestopp waren in dieser Zeit ein Thema. "In der jetzigen Situation wären wir natürlich nicht mehr weggeflogen", erklären sie. "Doch nun sind wir hier, finden es wunderschön und fühlen uns tatsächlich sehr sicher." In der Region Khao Lak gab es bisher keinen einzigen Coronafall - anders als in Osthessen. 

Die Lage im Süden Thailands wird von den Behören dennoch ernst genommen: "Bei der Ankunft am Flughafen in Phuket mussten wir durch eine Wärmebildkamera laufen und uns eine App installieren. Wie wir erfuhren, dient diese als Sicherheitsmaßnahme und soll uns über Corona-Notfälle informieren." Zudem könne darüber der Aufenthaltsort abgefragt werden. Überall gäbe es Desinfektionsspender, die Gäste würden sich an die Hygieneregeln halten. "Wir haben viel Kontakt zu anderen deutschen Urlaubern. Man tauscht sich aus, spricht über die Lage in der Heimat", erklärt die 27-Jährige. "Wir müssen gestehen, dass wir den Urlaub nur schwer genießen können. Die permanenten Nachrichten aus Deutschland "Ich will Euch ja nicht den Urlaub vermiesen, aber habt Ihr schon davon gehört ..." sind allgegenwärtig."

Für die zwei Vogelsberger ist es der erste, doch mit Sicherheit nicht der letzte Urlaub in Thailand. "Eigentlich wünscht man sich das: leere Hotelpools, freie Strandliegen, kleine Ausflugsgruppen - doch der Grund dafür ist bekannt und ernst zu nehmen." So langsam gleiche das Hotel einem Geisterhotel: "Jeden Tag reisen viele Urlauber ab, aber es kommen keine mehr nach." 

2004 forderte ein Tsunami Tausende Tote in Khao Lak. Damals dauerte es viele Jahre, bis sich der dortige Tourismus davon erholte. "Corona ist quasi unser zweiter Tsunami. Mit dem Unterschied: wir leben noch! Diese Worte eines Thais bleiben uns im Gedächtnis", erzählt uns das Urlaubspaar. Niemand weiß derzeit, wo die Reise hingehen wird. "Wir befinden uns in stetigem Kontakt mit unserer Reiseleiterin. Stand jetzt, kommen wir wie geplant nach Hause" und dann womöglich für zwei Wochen in die freiwillige Quarantäne. (Nina Bastian) +++