Krisenstab und Flexibilität

Teil (2): Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Unternehmen?

Wie sieht die betriebliche Lage bei K+S und R+S aus?
Fotomontage: O|N

24.03.2020 / REGION - Fast stündlich liest man von Kurzarbeit, Schließungen und Umstrukturierungen bei den osthessischen Betrieben. Die Corona-Krise bringt viele Geschäftsführer zum Schwitzen. Ein Krisenmanagement muss her. Was bedeutet das für die Mitarbeiter? OSTHESSEN|NEWS hat sich bei den heimischen Firmen in Fulda, Neuhof und Heringen (Werra) umgehört.

Durch Corona hat die R+S Group AG aus Fulda einen sehr hohen Kommunikationsbedarf, da sich Unsicherheit bei den Menschen verbreiten würde. "Das Management hat tägliche Jour-Fixe Termine, mittlerweile verstärkt über Videokonferenzen, um immer am Zahn der Zeit zu sein und somit den Menschen Sicherheit zu vermitteln. Kürzere Planungen und Frühwarnsysteme werden eingeführt, um Risiken besser bewerten zu können", erklärt Ralph Burkhardt, Vorstandsvorsitzender des handwerklich geprägtes Dienstleistungsunternehmen mit den Schwerpunkten Gebäude-, Schiffs- und Industrietechnik sowie den Bereichen Personaldienstleistung, IT-Service und Handel.

"Derzeit gibt es keinerlei großen Einschnitte, die Auftragsbücher sind voll. Unserer Lieferanten und Dienstleister sind hier nun mehr an das Unternehmen angebunden. Auch haben wir neue Prozesse geschaffen, um mehr Kommunikation mit Behörden aufzubauen, da die Informationen zur Unterstützung der Unternehmen noch Mangelware sind", so Burkhardt. Kurzarbeit sei derzeit noch kein Thema.

Bei den Werken des Düngemittelherstellers K+S in Neuhof-Ellers und Heringen (Werra) stellt sich die aktuelle betriebliche Lage wie folgt dar: "Wie für Politik und Industrie insgesamt in Deutschland gilt auch für uns: Es handelt sich um eine neue Situation, die wir regelmäßig beobachten, mit Unterstützung der Arbeitnehmervertreter und der Betriebsärzte bewerten und Maßnahmen zum Wohl aller Beschäftigten aufstellen, kurzfristig anpassen und erweitern." Die Nachfrage nach den Produkten sei jedoch weiterhin vorhanden. "Wir haben Krisenstäbe an mehreren Standorten etabliert und setzen auf Kontaktreduzierungsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen."

"K+S gewährt Mitarbeitern der Verwaltungsfunktionen die Arbeit aus dem Home-Office, wenn dies möglich ist. Dies betrifft in erster Linie die Unternehmensleitung in Kassel. Gleichzeitig gilt es, auf unseren Produktionsstandorten sicherzustellen, dass die Produktion weiterlaufen kann. Gerade unter Tage sind sehr viele Arbeitsplätze Einzelarbeitsplätze, was per se soziale Kontakte während eines Großteils der Schicht vermeidet. Bei der Fahrt im Förderkorb gilt es 60 – 90 Sekunden nicht zu reden, weil der Virus bekanntlich durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Wir arbeiten daran, die Maßnahmen des Kontaktes auch unter unseren besonderen Umständen zu verringern", erklärt Ivonne Balduf, Leiterin Kommunikation am Werk Werra. Ein Antrag für Kurzarbeit wurde Stand heute noch nicht gestellt. (Nina Bastian) +++