130 Landfrauen frühstücken gemeinsam

Hildegard Schuster: "Landfrauen waren schon immer Klima-Aktivistinnen"

Zum Frauenfrühstück erschienen: Renate Storch (1. Vorsitzende und Geschäftsführerin der Bezirksfrauen Fulda) und die Präsidentin der Hessischen Landfrauen Hildegard Schuster.
Fotos: Maria Franco

13.02.2020 / PETERSBERG - Der Bezirkslandfrauenverein Fulda lud am Donnerstagmorgen zum diesjährigen Frauenfrühstück in die Gaststätte zum Grünen Baum nach Petersberg-Margretenhaun (Landkreis Fulda) ein. Die Präsidentin der hessischen Landfrauen Hildegard Schuster stattete den 130 weiblichen Mitgliedern einen Besuch ab und hielt im Anschluss an das reichhaltige Frühstücksbuffet einen Vortrag zum Thema "Landfrauen - gestern - heute - morgen".

Renate Storch, 1. Vorsitzende und Geschäftsführerin der Bezirkslandfrauen Fulda, freute sich über die Zusammenkunft. Alle Landfrauen stammen aus verschiedenen Ortsvereinen wie Fulda, Flieden, Gersfeld, Biebergrund, Hilders, Poppenhausen, Heubach und Kalbach. Sie sind eine buntgemischte Gruppe, die schon generationsübergreifend besteht. "Besonders erfreulich ist es, dass junge Landfrauen den Weg zu uns gefunden haben", erklärt sie im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Somit könnten neue Projekte und Ideen in Angriff genommen werden. "Sie stehen dazu, Teil dieser Gemeinschaft zu sein."

Ein Ort für den Austausch

Eine Landfrau aus der Rhön erklärt in der Runde ihre Beweggründe, Mitglied des Vereins zu sein: "Meistens haben die Landwirte einen eigenen Stammtisch. Wir Landfrauen benötigen ebenfalls einen Ort, wo wir uns mit Gleichgesinnten austauschen können." Veranstaltungen wie diese ermöglichten es, über den Alltag und über die Probleme der Bäuerinnen zu sprechen. 

In dem Verein werden zahlreiche Vorträge und gemeinsame Aktitiväten geboten. Dass die Präsidentin Hildegard Schuster einen besonderen Vortrag vorbereit hat, wissen alle zu schätzen. "Fulda liegt mir am Herzen, hier wird gute Arbeit geleistet." Insgesamt gibt es 44.000 Landfrauen in Hessen. Aber was zeichnet den Verband aus? "Wir sind schon immer Klima-Aktivisten gewesen." Das Thema Wegwerfgesellschaft beispielsweise beschäftigt den Verein schon seit 15 Jahren. "Viele Lebensmittel sind einfach zu gut für die Tonne. Darauf weisen wir hin." Eine weitere Besonderheit der Gemeinschaft der Landfrauen: "Wir sind der einzige Verband, der Verbraucherinnen, Erzeugerinnen und Bäuerinnen verbindet."

Auch im Alltag wissen sich die Landfrauen stets zu helfen: "Wir haben die alten Haushaltstricks noch drauf, wenn eine mal eine Sache nicht weiß, fragt sie eben die anderen." Die Landfrauen stehen für die Rechte der Frau ein, fordern gleiche Bezahlung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Blick in die Zukunft lässt auf zwei Highlights blicken: Am Hessentag 2021 in Fulda werden auch die Landfrauen vertreten sein. Außerdem findet der Deutsche Landfrauentag im Jahr 2022 ebenfalls in der Barockstadt statt. "Auf die Ausrichtung der Großveranstaltung sind wir sehr stolz." 

"Ohne Frauen geht es nicht, das hat sogar Gott einsehen müssen", führt Schuster in ihrem Vortrag aus. "An vielen kleinen Orten wird fleißig gearbeitet, viele kleine Schritte erfolgen, die die Welt verändern." Im Verein besteht ein fröhliches und gutes Miteinander. Dies führte sie zu einem Rückblick in die Anfänge des Verbands. Die Verbandsgründerin Elisabeth Böhm hatte vor 130 Jahren in Ostpreußen den Verein gegründet. Ihr Ziel sei es gewesen, als Gutsfrau eigenes Geld zu verdienen. Sie setzte sich für die Selbstständigkeit der Frauen ein, und wollte mehr Bildung erreichen. 1918 stand sie für das Frauenwahlrecht ein. (Maria Franco) +++