Vor 400 Jahren zurückgekehrt

Dankandacht in der Severikirche für die Franziskaner vom Kloster Frauenberg

Die Gemeinschaft des Franziskanerordens auf dem Fuldaer Frauenberg umfasst zehn Brüder
Fotos: Henrik Schmitt

13.02.2020 / FULDA - Die kleine Fuldaer Severikirche platzte am Mittwochmittag aus allen Nähten - sie fasste gar nicht die vielen Gläubigen, die zu diesem speziellen Dankgottesdienst mit Bischof Gerber gekommen waren - viele fanden nur noch einen engen Stehplatz. Das zeigt die große Verbundenheit mit dem Franziskanerorden, dessen Angehörige heute vor 400 Jahren nach Fulda zurückgekehrt waren. Weil ihre vorhergehende Niederlassung mittlerweile von Jesuiten belegt war, fanden sie damals in der Severikirche, der Kirche der Wollweberzunft, und einem kleinen Haus an der Sakristei eine neue Heimat. Exakt am 12. Februar 1620 fand die offizielle Übergabe der Severikirche an die Franziskaner statt.

Nachdem die Brüder Fulda in der Zeit der Reformation verlassen hatten, wünschte sich Abt Johann Friedrich von Schwalbach, der von 1606 bis 1623 im Amt war, ihre Rückkehr, um die Rekatholisierung der Bevölkerung zu unterstützen. Aus diesem Grunde machten sich die beiden Brüder Pater Ebertin Frentz, eigentlich Guardian von Brühl, und Pater Christophorus Juden barfuß auf den Weg nach Fulda. Nach drei Jahren zogen sie 1623 hoch ins Kloster auf dem Frauenberg. Zur Zeit befinden sich dort noch zehn Franziskaner, die in der Seelsorge und im Tagungs- und Gästehaus von antonius zusammen mit Menschen mit Behinderung tätig sind.

Bischof Michael Gerber hielt eine kurze Ansprache, indem er sich einer Weisung von Franz von Asisissi und den Regeln des Ordens folgend auf das Wesentliche beschränkte, nämlich Dank und Freude darüber auszudrücken, dass sich heute wieder zehn Brüder auf dem Frauenberg befinden und die Kooperation mit antonius dort so gut funktioniert. 

Bruder Gerhard hatte zuvor einen Abriss über die Geschichte seiner Ordensbrüder gegeben. Zwei Franziskanerbrüder sangen gemeinsam den Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi. Antonius-Geschäftsführer Rainer Sippel stellte alle Brüder einzeln vor und überreichte ihnen je ein Paar Hausschuhe, damit sie sich weiter in Fulda heimisch fühlen sollten. Zu einem anschließenden Empfang bei Kartoffelsuppe mit selbstgebackenen Franziskanerknoten hatte antoinius die Gäste ins benachbarte Ladencafé eingeladen. (ci)+++