Deutlich mehr Männer

1475 Rechtsextreme in Hessen - 670 davon "gewaltorientiert"

Gerade der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke habe deutlich gemacht, welche Gefahren von rechts ausgingen
Symbolbild: Carina Jirsch

03.12.2019 / REGION - Die Zahlen seien erschreckend hoch, urteilt Stefan Müller, innenpolitischer Sprecher der FDP- Fraktion im Hessischen Landtag: In Hessen gibt es 1475 Rechtsextreme, wovon 670 als gewaltorientiert eingestuft sind. Das geht aus einer Antwort von Innenminister Peter Beuth (CDU) auf eine Kleine Anfrage Müllers zum Thema Rechtsextremismus hervor.

Erschwerend käme hinzu, meint Beuth, „dass die rechtsextremistische Szene sehr heterogen ist.“ Gerade der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke habe deutlich gemacht, welche Gefahren von rechts ausgingen und wie wichtig es sei, gegen Extremismus vorzugehen, erinnert Müller. „Rechtsextremismus stellt in Hessen ein erhebliches Problem dar, welches mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen müssen.“

Nach den Zahlen, die Peter Beuth genannt habe, seien 80 Prozent der als rechtsextrem eingestuften Personen Männer. „Am stärksten vertreten ist die Altersgruppe der 25- bis 40- Jährigen, sie liegt im hohen dreistelligen Bereich.“ Im Jahr 2018 sei gegen 195 Personen ermittelt worden, in 44 wäre es zu einer rechtskräftigen Verurteilung gekommen. Wie die Bild-Zeitung am Dienstag berichtet, „sind 285 Personen in rechtsextremen Parteien organisiert, 640 in anderen Gruppen wie Kameradschaften.“ 550 Personen aus dem rechten Milieu könnten laut Angaben der Zeitung keiner festen Struktur zugeordnet werden.

Kernelemente der rechtsextremistischen Ideologie

Das Hessische Landesamt für Verfassungsschutz hat unter https://lfv.hessen.de/extremismus/rechtsextremismus/merkmale Merkmale des Rechtsextremismus herausgestellt. Rechtsextremisten verfolgten demnach ihre extremistischen Bestrebungen in unterschiedlichen Formen, für sie alle stelle aber die sogenannte „deutsche Volksgemeinschaft“ den höchsten Wert dar. Weitere Informationen zum Thema gibt es im Jahresbericht und in den Publikationen des Kompetenzzentrum Rechtsextremismus (KOREX).(mr) +++

Innenminister Peter Beuth
Archivbild: O|N