"Wir brauchen Mutmacher, nicht Miesmacher"

Hessen und Thüringen gehören zusammen - emotionale Feier begeistert

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (links) und sein Amtskollege aus Thüringen, Bodo Ramelow bei der Festveranstaltung in Großburschla
Fotos: Hans-Hubertus Braune

10.11.2019 / TREFFURT / WANFRIED - Mit den beiden Ministerpräsidenten aus Hessen und Thüringen an der Spitze sowie weit über 1.000 Besuchern feierten die beiden Bundesländer am heutigen Samstag in Großburschla gemeinsam das Fest zu 30 Jahre Mauerfall. Nach einem Gottesdienst in Großburschla legten Volker Bouffier (CDU, Hessen) und Bodo Ramelow (Die Linken, Thüringen) auf der Werrabrücke zwischen Großburschla und Bahnhof Großburschla Kränze an einer neuen Gedenktafel nieder. Sie erinnern an die Opfer an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

"30 Jahre ist das jetzt her – eine kleine Ewigkeit. Und doch bewegt es mich, als sei diese Zeit niemals vergangen. Freude und Dankbarkeit erfüllen mich, wenn ich an das Ende der schmerzhaften Teilung denke, die wir gerade an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen ganz konkret erlebt haben. Der Blick zurück erfüllt mich auch mit Stolz", sagte Bouffier. Anschließend ging es zusammen mit den Menschen aus Hessen und Thüringen über die Brücke zum riesigen Festzelt.

Das Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg unterhielt die Gäste - es war eine feierliche, eine beeindruckende Atmosphäre. Natürlich gab es Würstchen vom Grill und Erbsenssuppe aus dem berühmten Kessel. Vor dem Festzelt bot ein Konsum-Lädchen nostalgische Ostprodukte an. Das Fest wurde von den fünf Bürgermeister aus vier Landkreisen und zwei Bundesländern sowie den beiden Staatskanzleien perfekt organisiert

"Mit großer Dankbarkeit und großem Respekt blicken wir auf 30 Jahre Friedliche Revolution und 29 Jahre Wiedervereinigung. Wir alle können sehr stolz sein auf das, was wir geschafft und geschaffen, was wir gemeinsam geleistet haben", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. "Wir brauchen Mitmacher und Mutmacher, und keine Miesmacher", sagte Ramelow weiter.

Einen besonderen Tag feierte auch Stefanie Hannemann. Sie ist ein echtes Kind der Einheit. Sie wurde am neunten November 1989 in Großburschla geboren, sie lebt heute in Eschwege. Die beiden Ministerpräsidenten gratulierten ihr auf der Bühne. Das Musikkorps der Bundeswehr spielte ein Ständchen - ein weiterer emotionaler Moment.

Höhepunkt war ein gemeinsames Bild von rund 1.200 Menschen. Sie hielten in den Farben schwarz, rot, Gold Schilder in die Höhe und bildeten das Wort "Freiheit". Es ist eine Aussage, ein Bild, welches um die Welt gehen wird und das Jubiläum zu einem geschichtsträchtigen Tag werden ließ. (Hans-Hubertus Braune) +++