Alle Bergleute gerettet

Explosion in Bergbaugrube: zwei Verletzte - 36 unter Tage

Polizei, Feuerwehr und Rettung waren mit einem Großaufgebot vor Ort
Foto: picture alliance/Stringer

08.11.2019 / TEUTSCHENTHAL - Auf dem Gelände einer Bergbaugrube in Teutschenthal im sachsen-anhaltischen Saalekreis hat es am Freitagmorgen eine Explosion gegeben. 36 Bergleute waren zum Zeitpunkt der Verpuffung in rund 700 Metern Tiefe unter Tage, zwei von ihnen wurden dabei verletzt. Die Grube gehört zur Geiger Unternehmensgruppe, die das Bergwerk betreibt. In den vergangenen fünfzehn Jahren wurde die im Jahr 1982 stillgelegte Grube – die rund 80 Jahre zur Kalisalzgewinnung betrieben wurde – zu einem modernen Versatzbergwerk umgebaut. Dort werden heute auf rund 14 Quadratkilometern Grundfläche mineralische Abfälle deponiert, um die Grube zu stabilisieren.  

Laut des Betreibers befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks 38 Menschen in der Grube. Gegen neun Uhr soll es dann zu einer Verpuffung eines Gasgemischs gekommen sein. Der erste Notruf aus der Grube ist um 9.03 Uhr bei der Polizei eingegangen.

Rund 30 Bergleute befinden sich in einem Schutzraum unter Tage, sind aber nicht eingeschlossen. Dem Landesbergamt zufolge sind sie mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Sie sollen über den intakten Schacht an die Erdoberfläche gebracht werden.

Laut Polizei waren zunächst Rettungskräfte und Feuerwehr mit einem Großaufgebot zur Grube alarmiert worden. Auch Mitarbeiter des Landesamts für Geologie und Bergwesen sind vor Ort. Spezielle Sicherungs- und Rettungspläne kommen jetzt zum Einsatz.

In der Grube Teutschenthal arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 100 Menschen. In den vergangenen 15 Jahren wurde das im Jahr 1982 stillgelegte Bergwerk umgebaut. Heute handelt es sich um ein sogenanntes Versatzbergwerk. Zuvor war das Bergwerk rund 80 Jahre zur Kalisalzgewinnung betrieben worden.

Verpuffung unter Tage – Glück im Unglück

Abschließend teilt die Betreiberfirma in einer Presseerklärung mit: "In den Morgenstunden des 8. November ereignete sich bei der Grube Teutschenthal (GTS) nahe des Schachts Teutschenthal eine Verpuffung unter Tage. Zum diesem Zeitpunkt waren 36 Mitarbeiter der GTS unter Tage, zwei davon wurden verletzt. Beide wurden zur Versorgung in ein Krankenhaus nach Halle gebracht, wobei ein Mitarbeiter einen Schock erlitten hat und der andere Mitarbeiter sich in ärztlicher Behandlung befindet. Knapp zwei Stunden nach dem Ereignis konnten alle anderen Mitarbeiter regulär gemäß Rettungskonzept nach über Tage gebracht werden, Gefahr für diese bestand zu keiner Zeit.

Die Ursache für die Verpuffung ist momentan noch nicht bekannt, wird aber gemeinsam vom Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) Sachsen-Anhalt und der GTS mit Unterstützung der Polizei ermittelt werden. Aktuell befindet sich die Grubenwehr, bestehend aus Mitarbeitern der GTS, mit Atemschutz unter Tage um die Unfallstelle zu sichern und Messungen durchzuführen. Als erste Maßnahme wird die Bewetterung im lokal begrenzten Ereignisbereich, also die Belüftung der Grube, so gesteuert, dass die Unfallstelle gezielt belüftet wird. Der Grubenbetrieb wird für diese Woche eingestellt." (pm)+++