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Wolfsrissverdacht in Leibolz: Handzahmer Nandu von Raubtier gerissen

Geflügelhalter Thomas Zintl mit dem Riss-Beauftragten
Fotos: Miriam Rommel

08.11.2019 / EITERFELD - Erneuter Wolfsrissverdacht im Landkreis Fulda: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fiel ein Nandu (Laufvogel) einem Raubtier in Eiterfeld-Leibolz zum Opfer. Halter Thomas Zintl ist entsetzt, als er am Donnerstagmorgen nach seinen Vögeln schaut. Einer seiner drei Nandus liegt tot auf der Wiese, an Brust und Hals weist er massive Verletzungen auf. Der Geflügelhofbetreiber sichert den Fundort und ruft einen der hessischen Riss-Beauftragten.

Für Zintl ist der Verlust seines Tieres besonders bitter, denn die sechsjährige Nandu-Dame war eine Handaufzucht. „Sie war, wie auch unsere beiden anderen Laufvögel, absolut zahm“, erzählt er im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Schulklassen würden öfters Ausflüge auf den Hof der Familie machen und so auch die Nandus besuchen. „Die Kinder haben sich immer sehr an den Vögeln erfreut.“

Der Zaun, der die Weide umgibt, ist rund eineinhalb Meter hoch, auch leben hier Hühner und ein paar Enten. „Nachts ist das kleinere Federvieh in einer Hütte eingesperrt, die Nandus aber bleiben immer draußen“, sagt Zintl nachdenklich. „Sie kennen es nicht anders und kämen schlecht damit klar, eingesperrt zu werden.“ Außerdem, so meint er weiter, habe es bisher auch nie einen Grund dafür gegeben. „Gegen ein Fuchs beispielsweise könnten sich die Vögel wehren.“

Der Riss-Beauftragte nimmt den Kadaver genau in Augenschein, macht zahlreiche Fotos und sichert zwei DNA-Proben. Auch wird der Fundort sowie die Umzäunung genau in Augenschein genommen. Wie das Tier, welches den Nandu tötete, nachts in das Gehege gelangte, kann auch er nicht beantworten. Ein Wolf, erklärt er jedoch, könne einen Zaun von dieser Höhe jedoch mühelos überspringen.

Ob dieser für den Nandu-Riss tatsächlich verantwortlich war, wird das Ergebnis der Genanalyse in etwa zwei Wochen zeigen. (mr) +++