Fachtag für Möglichmacher

Allen Menschen eine Chance geben: Erfolgreiche Inklusion in Firmen

Auf dem Fachtag wurden auch einige Zertifikate an junge Menschen überreicht.
Fotos: Carina Jirsch

08.11.2019 / FULDA - Unter dem Motto "Inklusion und Ausbildung in Gärtnerei und Landwirtschaft" fand der vierte Fachtag für Möglichmacher des Unternehmernetzwerks Perspektiva und der Arbeitsschule Startbahn statt. Die Netzwerke unterstützen Jugendliche bei der Findung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Dabei werden die Fähigkeiten jedes Einzelnen herausgearbeitet. Zahlreiche Interessierte kamen zusammen, um sich untereinander auszutauschen. Ein bunt gemischtes Rahmenprogramm wurde geboten, dass gegen Ende in ein Wettmelken zwischen Jugendlichen und Unternehmern mündete. 

Nach der Begrüßung von Sebastian Bönisch, dem Interimsgeschäftsführer von Perspektiva, folgten einige Grußworte. Im Anschluss daran wurden drei beispielhafte "Erfolgsgeschichten" von Jugendlichen dem Publikum vorgestellt, sowie eine rege Podiumsdiskussion über die Rahmenbedingungen einer erfolgreichen Inklusion. Die Moderation übernahm der Gesellschafter von Perspektiva Matthias Hauß. Michael Vogel berichtete beispielsweise über seinen Landwirtschaftsbetrieb und seine positiven Erfahrungen mit Mitarbeiter René, der taubstumm ist: "Wir mussten uns überlegen, wie wir kommunizieren können. Aber wir haben einen Weg gefunden eine Lösung zu finden. Es kostet natürlich sehr viel Zeit, bis alle Arbeitsabläufe angepasst sind", so Vogel. Den Menschen müsse eine Chance gegeben werden. 

Die Leiterin der Startbahn Silke Gabrowitsch betonte, dass den Unternehmen und auch den Jugendlichen die Angst genommen werden soll, aufeinander zuzukommen. Es gehe nicht darum eine sofortige hundertprozentige Lösung zu finden, alles brauche seine Zeit. Ziel des gesamten Netzwerkes sei es für alle Menschen eine gute Ausbildung zu ermöglichen: "Alle Menschen haben das Recht auf Bildung. Es gilt Hürden zu überwinden."

Unterstützung erhalten die Jugendlichen auch seitens der Agentur für Arbeit. Reiner Kottusch betonte, dass eine Integration von beeinträchtigten Menschen im Arbeitsmarkt unabdingbar seien. Eine Förderung sei möglich. Die Aktion Mensch, stellvertreten durch Dagmar Greskamp, greift den jungen Menschen ebenfalls unter die Arme. Sie würden durch die Einnahmen der Lotterie Inklusionsprojekte fördern. Aufklärung sei an dieser Stelle ein wichtiger Aspekt. Es gebe genug Gründe, um Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Mit dem Modell von Antonius sei man auf einem guten Weg. Greskamp möchte junge Menschen mit Behinderung ermutigen, sich zu trauen. 

Im nächsten Teil der Veranstaltung wurden zunächst IHK-Zertifikatslehrgänge an fünf engagierte junge Menschen verliehen. Sie wurden für ihre harte Arbeit und erbrachten Leistungen belohnt. Gleich darauf wurden vom Antonius-Geschäftsführer Rainer Sippel zwei "Möglichmacher-Awards" an Betriebe überreicht, die sich im Bereich Inklusion besonders engagiert haben: Manfred Faust und Michael Vogel. "Letztes Jahr haben wir den Preis zum ersten Mal verliehen, das kam gut an. Wir bedanken uns, dass Arbeitsplätze bereitgestellt werden und vertrauen investiert wird, damit die Jugendlichen vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft werden." (Maria Franco) +++