Favoritenstraucheln als Regelmäßigkeit

Wer traut sich, die Wohlfühloase Gruppenliga zu verlassen?

Eigentlich der Top-Favorit auf den Aufstieg, doch die Spvgg. Hosenfeld ist nicht von Strauchlern befreit.
Archivfoto: Jonas Wenzel (yowe)

05.11.2019 / REGION - In dieser Spielzeit scheint in der Fußball-Gruppenliga alles möglich, von irrwitzigen Ergebnissen bis fast schon regelmäßigem Favoritenstraucheln ist alles dabei. Den Tabellenführer Hosenfeld und den ersten Abstiegsplatz Petersberg trennen gerade einmal zwölf Punkte, was die Einteilung in Aufstiegs - bzw. Abstiegskampf nahezu unmöglich macht.

Über die diesjährige Schwäche der siebthöchsten Liga wurde schon hinlänglich diskutiert und philosophiert, doch die herrschende Spannung und Ausgeglichenheit ist kaum mehr zu beschreiben. In der aktuellen Konstellation kämpft entweder die halbe Liga um den Aufstieg in die nächsthöhere Verbandsliga oder sorgt sich um den Verbleib in der Spielklasse.

Allein das vergangene Wochenende hat die Gruppenliga mal wieder perfekt zusammengefasst, vergab die Spvgg. Hosenfeld durch die Niederlage gegen Oberzell doch die große Möglichkeit, sich vom Rest des Feldes abzusetzen und so im November schon einen gewaltigen Schritt in Richtung Aufstieg zu machen. Aufgrund der vorherigen Spielzeiten ist auch der FSV Thalau als Mitfavorit in die Saison gestartet und erfüllt die Erwartungen auch mit dem derzeitigen zweiten Tabellenplatz, obgleich die Mannschaft von Trainer Matthias Wilde immer noch keine Konstanz in die Leistungen bekommt.

"Hosenfeld ist für mich der Favorit, aber ansonsten sind alle Mannschaften, auch die unterm Strich, auf einem Leistungstand", sieht auch Wilde eine sehr ausgeglichene Liga. Besonders kurios scheint der Thalauer Blick auf die Tabelle, hat der FSV bei einem Spiel mehr im wahrscheinlichen Fall von fünf Absteigern doch nur zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

"Den Charakter nicht verfälschen"

"Realitisch betrachtet sollte unsere Punktzahl reichen", so der Übungsleiter und fügt auf die Frage, weshalb keine Mannschaft offensiv an die Sache Aufstieg herangeht, an: "Man sieht ja was oben mit Ehrenberg und Eichenzell passiert und die sind nochmal wesentlich besser besetzt. Man darf den Charakter eines Vereins nicht verfälschen und aktuell liegen zwischen diesen beiden Klassen einfach Welten."

Aufstiegsaspirant Hosenfeld war dagegen auf dem Weg, sich nach zum Teil einigen holprigen Wochen endlich eines Top-Favoriten würdig zu stabilisieren und sich vom Rest des Feldes abzusetzen, doch dann verlor die Mannschaft von Rodoljub Gajic am Sonntag gegen Oberzell und landete wieder einmal auf dem Boden der Tatsachen. "Natürlich haben wir uns am Doppelspieltag was anderes vorgestellt und der Sieg gegen Oberzell war auch eingeplant, aber immer wenn wir die Möglichkeit haben den Fuß in die Tür zu stellen, patzen wir aus unerklärlichen Gründen", schätzt Gajic die aktuelle Situation ein.

Hosenfeld nimmt sich Zielen an

Die Gruppenliga sehe er auch als sehr ausgeglichen an, in der neben den gleichen Mannschaften wie in den Vorjahren auch Eiterfeld, Aulatal und Großenlüder eine gute Rolle spielen würden. Schließlich ist sich Hosenfelds Linienchef sicher, dass es bis zum Ende spannend bleibt, denn die Klasse liefere Woche für Woche verrückte Spieltage. Auch die Rolle Hosenfelds stellt er in diesem Katz-und-Maus-Spiel klar: "Als Sportler wollen wir jedes Spiel gewinnen und es wenn es halt für ganz vorne reicht, nehmen wir das an." (Hendrik Erb) +++