Osthessen tief im Abstiegskampf

Steinbach und Neuhof mittendrin im Schneckenrennen

Gegen das Top-Team Eddersheim zeigte Steinbach mal wieder eine starke Vorstellung, musste aber wie schon in den Vorwochen den Platz als Verlierer verlassen.
Archivfoto: Bernd Vogt

05.11.2019 / REGION - Die Fußball-Hessenliga hat nicht nur einen spannenden Meisterkampf zu bieten, sondern auch hoch intensive Abstiegsduelle, die zeitweise einem Schneckenrennen gleichen. Sowohl der SV Steinbach als auch der SV Neuhof stecken tief im Keller der Tabelle und bangen schon jetzt um den Anschluss an die gesicherten Mittelfeldplätze, doch die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.

Die Ausgangslagen für die osthessischen Vertreter könnten nicht unterschiedlicher sein, die Barockstadt bietet sich einen Kampf um die Spitzenplätze der Hessenliga, Steinbach und Neuhof hingegen treten Woche für Woche auf der Stelle und verpassen es, in Duellen mit direkten Konkurrenten einen großen Sprung in die richtige Richtung zu machen. Auch am vergangenen Wochenende zeigte sich diese Konstellation, denn die Mannschaft aus der Kali-Gemeinde reiste zum KSV Baunatal.

Die Brisanz der Partie war aufgrund der Ausgangslagen nicht von der Hand zu weisen und so legten die Neuhofer den Fokus auf einen Dreier beim KSV. Dieses Vorhaben stellte sich nach zehn Spielminuten aber schon nahezu als unmöglich da, musste der SV doch in Unterzahl einem Rückstand hinterherrennen. Dass am Ende sogar noch ein Punkt auf der Habenseite stand, kann durchaus als Sieg gewertet werden, doch in der aktuellen Situation zählen eigentlich nur dreifache Punktgewinne.

Bär blickt in die Zukunft

"Wenn man eigentlich das komplette Spiel in Unterzahl spielen muss, bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. In den letzten Wochen gab es bei uns oft Grabenkämpfe, aber gegen Baunatal hat die Einstellung gestimmt und es haben alle zusammen gekämpft", sieht Neuhofs Trainer Alexander Bär viel Positives in der Begegnung. Wer nun im Neuhofer Rund den Blick in die Zukunft wagt, sieht zunächst andere Hausnummern auf das Kellerkind zukommen, denn mit dem KSV Hessen Kassel und dem FC Eddersheim warten der Dritte der Hessenliga und der Tabellenführer.

"Wir müssen jetzt auch mal was in Spielen holen, wo man das nicht so erwartet. Wir haben da nichts zu verlieren und können deswegen befreit aufspielen und werden mit Mut die kommenden Aufgaben angehen", so Bär. Noch wichtiger sind allerdings die Begegnungen direkt vor der Winterpause einzuschätzen, trifft Neuhof in dieser Phase doch ausschließlich auf Gegner, die sich auf Augenhöhe befinden. "Wir müssen uns auf diese Spiele sehr gut vorbereiten, damit wir den Anschluss finden. Wir müssen Fahrt aufnehmen und werden alles dran setzen, um zu punkten", blickt der Linienchef voraus.

Steinbach schlägt sich selber

Am Mühlengrund ist die Situation zwar die gleiche, doch die Ursache eine andere, denn der SVS stellt sich in dieser Saison oftmals selbst das Bein. Am Sonntag ging es für die Steinbacher gegen Eddersheim, also eigentlich deutliche Vorzeichen, doch schon wie so oft zeigte die Mannschaft von Trainer Petr Paliatka eine starke Vorstellung, agierte mit dem Tabellenführer teilweise auf Augenhöhe und, wer hätte es gedacht, verlor das Spiel.

Der SVS bietet in dieser Spielzeit den vermeintlichen Top-Mannschaften häufig Paroli und kann von den Chancen sogar mithalten, doch am Ende versagen fast immer die Nerven. Diese Blaupause lässt sich auf fast alle Spiele in dieser Saison übertragen, wodurch das Hauptproblem der Steinbacher schnell deutlich wird. Viele Spieler stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung, doch es wird zu hoffen sein, dass diese kontinuierlich vorangeht und so möglicherweise schon in den nächsten Wochen die nötige Kaltschnäuzigkeit vorhanden sein wird. (Hendrik Erb) +++