Maberzell verliert 1:3

Coup bleibt aus: Boll führt Düsseldorf ins Halbfinale

Matchwinner für Düsseldorf: Altmeister Timo Boll.
Archivfoto: Jonas Wenzel (Yowe)

21.10.2019 / DÜSSELDORF - Die Überraschung blieb aus: Tischtennis-Bundesligist TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat am Sonntag den Einzug ins Halbfinale des Pokals verpasst und musste sich Borussia Düsseldorf mit 1:3 geschlagen geben. Altmeister Timo Boll führte den Rekordmeister mit zwei Punkten ins Final-Four-Turnier nach Ulm.

Nach dem so wichtigen Erfolg in der Bundesliga gegen Grenzau (3:0) stellte TTC-Trainer Qing Yu Meng seinen Sohn Fan Bo, der gegen Anders Lind seinen ersten Bundesliga-Sieg einfuhr, auf Position zwei und ermöglichte dem Maberzeller Eigengewächs ein Highlight-Duell gegen Superstar und Altmeister Timo Boll, der fast 20 Jahre älter ist als Kontrahent Meng.

Und der Altmeister ließ dem Nachwuchstalent erwartungsgemäß keine Chance, entschied das Duell gegen Meng souverän mit 3:0 (11:5, 11:6, 11:8) für sich. Boll ließ Meng bei dessen 8:6 im dritten Satz kurz an einen Satzgewinn glauben, machte dann aber mit einem 5:0-Lauf das 1:0 für Düsseldorf perfekt. Im zweiten Duell des Tages war die Rollenverteilung schon ausgeglichener.

Pucar gleicht zunächst aus 

Ricardo Walther und Tomislav Pucar trafen im Duell der Nationalspieler aufeinander. Wollte Maberzell die Chance auf den großen Pokal-Coup am Leben halten, war ein Sieg des Kroaten im Trikot des TTC von Nöten. Den besseren Start hatte allerdings Walther, der Satz eins mit 11:8 für sich entschied. Dann aber drehte Pucar auf, besorgte dank eines 11:5, 11:7 und 11:8 den Maberzeller Ausgleich. 

Das dritte Duell des Tages zwischen Kristian Karlsson und Ruwen Filus sollte sich, zumindest in den ersten beiden Sätzen, zu dem bis dato spannendsten entwickeln. Die ersten beiden Sätze gingen jeweils in die Verlängerung, wobei der Maberzeller im zweiten Satz zwei Satzbälle abwehren konnte - am Ende aber dennoch 12:14 unterlag. Es war der Startschuss für Karlssons Aufholjagd.

Filus und Pucar verspielen Satzbälle

Denn der Düsseldorf demontierte im dritten Satz Filus mit 11:3 und zog in seinem Duell mit 2:1 in Führung. Kurz darauf verließ Karlsson den Court - eine Fuß-Verletzung brach wieder auf und das Spiel wurde kurz unterbrochen. Der Düsseldorfer kehrte allerdings wenig später unbeeindruckt zurück, legte ein 11:5 auf die Platte und brachte die Borussen mit 2:1 in Führung. 

Im vierten Duell des Tages standen sich Boll und Pucar gegenüber. Während Maberzells Kroate das Schlussdoppel erzwingen wollte, sollte Boll den Rekordmeister nach einem Jahr Abstinenz wieder ins Final Fou führen. Pucar fand besser in das Duell, entschied Satz eins für sich und musste im zweiten Durchgang nach einem irren Schlagabtausch mit 11:13 den Kürzeren ziehen. Dann drehte Timo Boll auf.

Im dritten Satz deklassierte Boll den Kroaten, führte mit 10:0 und entschied Durchgang drei mit 11:1 für sich. Das Düsseldorfer Weiterkommen schien nur noch Formsache. Zwar stemmte sich Pucar gegen das Aus im Viertelfinale, am Ende führte Timo Boll mit einem 11:9 im vierten Satz Borussia Düsseldorf zum 3:1 über Maberzell und den Rekordmeister ins Halbfinale.

In der Liga wartet nun Jülich

"Die Knackpunkte waren die beiden zweite Sätze in den Duell von Ruwen Filus und Tomislav Pucar", sagte TTC-Vizepräsident Claus-Dieter Schad und spielte auf die verpasste 2:0-Satzführung Filus' und Pucars - bei eigenen Satzbällen - an. "Legen wir da das 2:0 nach, geht das vielleicht anders. Insgesamt hat uns heute ein Quäntchen Glück gefehlt", so Schad weiter.

Mit dem Maberzeller Auftritt war der Vizepräsident aber dennoch zufrieden. "Wir haben uns teuer verkauft und mit Düsseldorf beinahe auf Augenhöhe gespielt. Das nehmen wir im Hinblick auf die Liga mit", sprach Schad von einer guten Leistung der Mannschaft von Qing Yu Meng. In der Bundesliga wartet auf Maberzell am kommenden Sonntag das nächste wichtige Spiel, es geht zum punktlosen Schlusslicht Jülich. (the)

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Timo Boll - Fan Bo Meng 3:0 (11:5, 11:6, 11:8)
Ricardo Walther - Tomislav Pucar 1:3 (11:8, 5:11, 7:11, 8:11)
Kristian Karlsson - Ruwen Filus 3:1 (10:12, 14:12, 11:3, 11:5)
Timo Boll - Tomislav Pucar 3:1 (9:11, 13:11, 11:1, 11:9) +++