"SofaConcert" mit viel Gefühl

Auf Reisen mit Sleepwalker´s Station


Fotos: Conny Haag-Lorenz

12.10.2017 / ROTENBURG - „Das war ja schon wieder ein kleines bisschen wie das letzte Konzert mit Steve Folk“, sagt eine Zuhörerin, die am Samstag den anrührenden Klängen von Sleepwalker´s Station lauscht. Der Musiker Daniel zur Nieden zieht mit viel Gefühl alle Register und bietet ein Konzert der besonderen Art.

Daniel zur Nieden ist Singer und Songwriter aus München, genauso aber in Ravenna (Italien) und Barcelona (Spanien) zu Hause. Er spielt in einem deutsch-italienisch-spanischem Ensemble mit immer wieder wechselnden Musikern, in Deutschland aber meist als Solokünstler. Bei schon über 600 Live-Auftritten in ganz Europa hat er Menschen mit seiner Musik unterhalten.

Für Daniel beginnt das Konzert bereits als die Tore geöffnet werden. Er will dabei sein, wenn die Zuhörer die Location betreten und die Stimmung für sich auf- und mit in sein Konzert nehmen. Conny Haag-Lorenz kündigt ihn schließlich mit ein paar einführenden Worten an. Als Daniel seine Gitarre zückt und zu spielen beginnt, ist von Anfang an klar: dieses Konzert kann nur ein weiteres Highlight in der Serie der SofaConcerts werden. Daniel berichtet von Reisen, von Erlebnissen unterwegs, von Stimmungen und erzählt Anekdoten zu seinen einzelnen Songs. Damit erzeugt er viele Bilder in den Köpfen der Gäste und manch einer schließt die Augen, um mit dabei zu sein an dem Ort, von dem Daniel berichtet hat.

Daniel singt in fünf Sprachen. Seine Musik ist unglaublich gefühlvoll und fast ein wenig mystisch. Nur manchmal laut, meistens eher leise und sanft reißt er die Zuhörer mit und zieht sie in den Bann seiner Gitarrenklänge, die teils begleitet werden von Percussion wie Mundharmonika, einem Schellenring, einem Glockenspiel. Daniel appelliert an seine Zuhörer, nicht so viel zu planen sondern das Leben einfach auf sich zukommen zu lassen, sich außerdem von der Vergangenheit so zu trennen, wie von alten Schuhen. Er singt von der Dunkelheit im Berliner Winter, von Iren, die alle fünf Kilometer an einem Pub halten, um erstmal einen Pint Bier zu trinken und davon, dass die Welt schön ist – vorausgesetzt, man vergißt nicht, was wirklich zählt.

Mit einer Loop-Station nimmt er teils live auf, was er spielt, lässt es in Schleife wiedergeben und nimmt die Zuhörer in seinem Song Indian Ocean mit auf ein Schiff. Andächtig lauschen sie, hören nicht nur den Regen auf der Plane im Hof prasseln sondern auch Daniels Wellen, die an den Strand schlagen. Es fällt nicht schwer, mit Daniel aufs Meer zu starren, dem Geräusch der brechenden Wellen zuzuhören und einen endlosen Moment mit dem Schiff dahin zu gleiten, aber es fällt schwer ihn gehen zu lassen. Er muss noch in der Nacht weiter nach Hamburg, weil er dort bereits am Vormittag auf der nächsten Bühne stehen muss … und einen Tag später in Kopenhagen. Rotenburg war ein Stop zwischen Großstädten.

Nach der geforderten Zugabe, um die Daniel nicht herum kommt, darf er nach einem lang anhaltenden Applaus die Bühne verlassen, damit er seinen Zug noch bekommt. Ein fantastischer Abend mit viel Stimmung und Gefühl neigt sich dem Ende. Die Zuhörer sind begeistert und glücklich, als sie sich verabschieden. Und nichts anderes sollen sie bewirken, die SofaConcerts im Innenhof des Wasserkraftwerkes. (pm) +++