CDU-Fraktion für Laienreanimation

Konzept für automatisierte externe Defibrillatoren (AED) im öffentlichen Raum

Die CDU Bad Orb erhofft sich durch dieses Projekt eine Sensibilisierung und einen Multiplikationseffekt für das Thema Laienreanimation als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, egal ob zu Hause oder im öffentlichen Raum.
Foto: CDU-Fraktion Bad Orb

20.06.2017 / BAD ORB - An einem Tourismus-, Gesundheits- und Rehabilitationsstandort mit Schwerpunkt auf Herz-Kreislauferkrankungen wie Bad Orb, ist laut Ansicht der CDU Fraktion Bad Orb von einer erhöhten Häufigkeit plötzlicher Herzstillstände auszugehen, wie Fraktionsgeschäftsführer Dr. Michael Schreiber mitteilt: „Aktuell ist die Überlebensrate in Deutschland noch starken regionalen Schwankungen ausgesetzt. Die europäische Fachgesellschaft für Reanimation (ERC) stärkt in ihrer Leitlinie von 2015 den Einsatz des AED in der Laienreanimation. Vor diesen Hintergründen, wird die CDU Fraktion in der nächsten Stadtverordnetenversammlung einen Antrag zur Stärkung der Laienreanimation stellen, der konkrete konzeptionelle Vorschläge enthält.“

Nach Eintritt eines plötzlichen Herzstillstandes und Absetzen des Notrufes über die Nummer 112, ist gesetzlich für den Rettungsdienst eine Eintreffzeit von zehn Minuten festgelegt. Pro therapiefreie Minute kann die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10% sinken. Professionelle Ersthelfer-Programme (First-Responder), wie bereits in Bad Orb durch das Deutsche Rote Kreuz etabliert, helfen schon jetzt die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Unbestritten bleibt aber, dass bei Herzstillstand die sofortige Reanimation und ggf. Defibrillation ein entscheidender prognostischer Aspekt ist. Im Bereich der Laienreanimation sehen Fachgesellschaften noch ein hohes Verbesserungspotential, weshalb die CDU Bad Orb diese mit ihrem Konzept stärken möchte.

Die CDU Fraktion möchte an zwei bis drei gut besuchten Plätzen (bspw. Markt-, Sol- und Salinenplatz) öffentliche Notrufsäulen mit AED aufstellen. Im Umkreis der Geräte sollen Angestellte und Gewerbetreibende auf freiwilliger Basis und mit städtischen Mitteln in Basisreanimation und Frühdefibrillation geschult werden. Die jährliche „Woche der Wiederbelebung“ bietet beispielsweise mit ihren vielfältigen Aktionen eine gute Möglichkeit und wird vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt (https://www.einlebenretten.de). Als dritten Schritt sollen alle bereits in Bad Orb vorhanden AEDs kartographiert und veröffentlicht werden (bspw. Wegweiser, Smartphone-App, Stadtplan). 

Fraktionsgeschäftsführer Dr. Michael Schreiber Anästhesist, Intensiv- und Notfallmediziner sagt:“ Mit dem vorgeschlagenen Maßnahmenpaket könnte es gelingen, die Überlebenschance der Patienten mit plötzlichem Herzstillstand im Bereich der Innenstadt zu verbessern. Die ersten Glieder der Rettungskette, Absetzen des Notrufes, Basisreanimationsmaßnahmen und frühe Defibrillation könnten schneller sowie effizienter erfolgen und das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzt werden“. Trotz des technischen Fortschrittes steht für ihn aber nach wie vor, die in den Leitlinien verankerte qualitativ hochwertige Herzdruckmassage im Vordergrund, welche von jedem geschulten Bürger im Rahmen der Ersten-Hilfe leicht zu leisten ist.

Die CDU Bad Orb erhofft sich durch dieses Projekt eine Sensibilisierung und einen Multiplikationseffekt für das Thema Laienreanimation als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, egal ob zu Hause oder im öffentlichen Raum. +++