Von „Pulse of Europe“ bis „Brexit“

CDU-MdEP Mann besucht Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Die Schüler stellten zahlreiche Fragen zu den vielschichtigen Aufgaben des erfahrenen Abgeordneten, der dem Europäischen Parlament seit über 20 Jahren angehört.
Fotos: Andreas Rey

19.06.2017 / LAUTERBACH - Es ist mittlerweile zu einer guten Tradition geworden, dass der Europaabgeordnete Thomas Mann in regelmäßigen Abständen das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Lauterbach besucht, um mit Schülern über die aktuelle Situation in der Europäischen Union zu diskutieren. Mann, der seit vielen Jahren den Montag als festen Termin für Schulen reserviert hat, berichtete zunächst über seine Aufgaben im Europäischen Parlament und die aktuellen Wahlergebnisse der Parlamentswahlen in Frankreich, bevor er mit den ca. 150 interessierten Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kam.

Der Abgeordnete zeigte sich erleichtert, dass mit Emmanuel Macron ein glühender Befürworter der Europäischen Union die Präsidentschaftswahl und nun auch mit seiner neuen Partei „La République en Marche“ die Parlamentswahlen in Frankreich gewonnen habe. Dieses schaffe nicht nur die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der hervorragenden deutsch-französischen Zusammenarbeit, sondern gebe positive Impulse für die gesamte EU. Ein Sieg der europakritischen und rechtsextremen Marine Le Pen hätte verheerende Folgen für den Fortbestand der EU gehabt, erläuterte der Abgeordnete. Ebenso begeistert zeigte sich Thomas Mann über die jeden Sonntag, in vielen deutschen Städten stattfindenden „Pulse of Europe“ -Demonstrationen. Diese seien keine Erfindung von Politikern, sondern aus dem Engagement überzeugter europäischer Bürger entstanden, lobte Mann.

Zur Sprache kamen allerdings auch die derzeit negativen Entwicklungen in der EU, insbesondere der Austritt von Großbritannien. „Ich bedauere die Entscheidung der Briten sehr, akzeptiere sie aber. Die nun beginnenden Austrittsverhandlungen müssen das Ziel haben, Großbritannien auch zukünftig als engen Verbündeten an der Seite der EU zu sehen. In der Sache jedoch müsste ein klaren Schnitt die Folge sein. „Out ist out“ - eine „Rosinenpickerei“ darf es nicht geben! Es kann nicht sein, dass man einerseits die EU verlassen will, andererseits weiterhin alle Privilegien beibehalten möchte“, sagte der CDU-Politiker.

Eine spontane „Volksabstimmung“ unter den Schülern zum Thema Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zeigte ein überraschend deutliches Votum. Kein einziger Schüler sprach sich dafür aus, diese fortzusetzen. Einige von ihnen hielten die privilegierte Partnerschaft für eine geeignete Maßnahme, die Beziehungen zur Türkei in Zukunft aufrecht zu erhalten.

Die Schüler stellten zahlreiche Fragen zu den vielschichtigen Aufgaben des erfahrenen Abgeordneten, der dem Europäischen Parlament seit über 20 Jahren angehört. Mann ist Mitglied in den Ausschüssen Wirtschaft und Währung sowie Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Weiterhin gehört er dem TAXE-Sonderausschuss an, der sich mit der Bekämpfung von Steueroasen auseinandersetzt, ebenso dem Panama-Papers-Untersuchungs-Ausschuss. Seit 1999 ist Thomas Mann Präsident der Tibet-Interest-Gruppe. Sie unterstützt den „Mittleren Weg“ des Dalai Lama und tritt auf gegen Verletzungen von Menschenrechten in China ein. Für sein gesellschaftliches Engagement erhielt Thomas Mann im Jahr 2002 das Bundesverdienstkreuz. +++