Vom Weißgurt zum Braungurt

Braungurt im Ju-Jutsu für Walter Grabowski - Tiger and Dragon Alsfeld e.V.

(v.l) Prüfer Danny Steenackers (3.Dan Ju-Jutsu), Trainer Oliver Hill (5.Dan Ju-Jutsu), Walter Grabowski (1.Kyu Ju-Jutsu), Patrick Wendt (4.Dan Ju-Jutsu).
Foto: Oliver Hill

19.06.2017 / KAMPFSPORT - Wer kennt sie nicht, die bunten Gürtel, die die Hüfte jedes Kampfsportlers zieren. Diese zeigen, wie fortgeschritten der Träger ist. Dabei gilt immer, je dunkler der Gurt, umso erfahrener der Träger. Um diese Gürtel zu erlangen, sind Prüfungen zu absolvieren, bei denen das Erlernte demonstriert wird und zwischen denen immer eine fester Warte- und Vorbereitungszeit (zwischen sechs und zwölf Monaten) eingehalten werden muss.

So müssen beispielsweise Kampfsportler im Ju-Jutsu (einem deutschen Selbstverteidigungssystem, das auch bei Polizei und Justizbehörden in der Ausbildung unterrichtet wird) mehrere Kyu-Prüfungen (Kyu jap. für Schülergraduierung) ablegen. Beginnend mit dem 5. Kyu Gelbgurt, über Orange-, Grün-, Blau- und Braungurt, dem 1. Kyu und letzten Schülergürtel. Danach folgt der 1. Dan (jap. Meistergrad), der Schwarzgurt.

In sehr seltenen Fällen, wird es vom Fachverband gestattet, diese Reihenfolge zu übergehen. So bei Walter Grabowski, einem langjährigen Sportler des Alsfelder Tiger and Dragon Clubs. Der motivierte und erfahrene Kampfsportler, der bereits den 1. Kyu (Rotgurt mit vier schwarzen Streifen) im Hu-Long-Do, dem Selbstverteidigungs- und Kampfsystem des Alsfelder Tiger and Dragon Clubs, trägt, sowie den Grün-Blaugurt im Kickboxen, den Blaugurt im Brazilian Jiu-Jitsu und Erfahrung im Thaiboxen und Sambo (einer russischen Variante des Judo) hat, besaß bis dahin allerdings noch keine Graduierung im Ju-Jutsu, war also Träger des weißen Gürtels. Der Trainer und 1. Vorsitzender des Vereins, Oliver Hill, hatte mit dem Prüfungsbeauftragten des Hessischen Ju-Jutsu Verbandes (HJJV) vereinbart, Walter zu einer Graduierungseinstufung zu zulassen.

Vergangenes Wochenende stellte sich Walter dann dieser Prüfung des Hessischen Ju-Jutsu Verbandes im Rahmen einer Landesprüfung in Kassel. Zusammen mit neun anderen Prüflingen, durfte er unter den wachsamen Augen der Landesprüfer Patrick Wendt und Danny Steenackers in der Kaserne der Bereitschaftspolizei zeigen, was er in Sachen Selbstverteidigung „auf dem Kasten“ hat. Groß war die Verwunderung bei vielen Zuschauern, bei einer Landesprüfung, einen Weißgurt zu sehen, werden die niedrigen Prüfungen doch normalerweise vereinsintern abgehalten. Doch schon nach kurzer Zeit, hatte Walter eindrucksvoll bewiesen, dass er sich nicht hinter seinen Mitprüflingen verstecken musste. Ganz im Gegenteil – durch dynamische Aktionen, einer hervorragenden Grundschule, actiongeladenen Kombinationen und vielen technischen Highlights konnte Walter durchweg gute bis sehr gute Noten sammeln. Nach etwas über sechs Stunden, in denen die Prüflinge auf ihr Wissen und Können aus den verschiedensten Teilen der Selbstverteidigung geprüft wurden, war es dann geschafft. Als bester Prüfling des Tages, konnte Walter verdient die Gratulationen zu seinem ersten Gürtel im Ju-Jutsu entgegennehmen – dem Braungurt, der letzten Stufe vor dem schwarzen Gürtel des Meisters!!!

Vor den Sommerferien finden im Tiger and Dragon Club noch mehrere Selbstverteidigungsprüfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene statt. Alle Neugierigen, die gerne einmal sehen möchten, was die Welt der Kampfkunst und Selbstverteidigung zu bieten hat, sind zu diesen Prüfungen herzlich als Zuschauer eingeladen. Natürlich auch sehr gerne zu den regelmäßigen Kursen des Vereins. Weitere Infos und genaue Termin unter www.tiger-and-dragon-club.de oder bei Oliver Hill 0170-7253066 (12.00-15.00Uhr) +++