Rund 2.000 Teilnehmer aus ganz Europa

Kundgebung mit "Grup Yorum": 9 Bands und Kulturprogramm - keine Zwischenfälle

Die Kundgebung, bei der "Grup Yorum" auftrat, lief ohne Zwischenfälle ab.
Fotos: Marius Auth

18.06.2017 / FULDA - Die Kundgebung des Freidenker-Verbands Landesverband Hessen, bei der auch die umstrittene türkische Band "Grup Yorum" auftrat, konnte heute ohne Zwischenfälle am Parkplatz des Fuldaer Stadions in der Johannisau abgehalten werden. Auflagen der Stadt und nur rund 2.000 statt der erwarteten 3.000 Zuschauer sorgten dafür, dass vorherige Bedenken gegenstandslos blieben. Im Rahmen der Kundgebung traten acht weitere Bands auf, ein buntes Kulturprogramm lud zum Kennenlernen ein.

Sowohl Veranstalter Willi Schulze-Barantin, Landesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbands, als auch Abdulkerim Demir vom Ausländerbeirat der Stadt Fulda fanden zu Beginn der Veranstaltung deutliche Worte: "Die Stadt Fulda hat versucht, uns Steine in den Weg zu legen, wo sie nur konnte. 'Grup Yorum' ist keine terroristische Vereinigung - die politische Ausrichtung ist eine rein menschliche, Meinungsfreiheit steht im Vordergrund. Die Kundgebung in der Johannisau hat durch die Auflagen der Stadt unfreiwillig gezeigt, wie relevant das Thema auch hierzulande ist."

Die Musikformation „Grup Yorum“ gehört nach Erkenntnissen des Bundesinnenministeriums und des Verfassungsschutzes zu den Unterstützern der seit 1998 in Deutschland verbotenen DHKP-C. Diese wird seit 2002 von der Europäischen Union als terroristische Organisation gelistet. Am Parkplatz des Stadions Johannisau hielt sich das Interesse um die Mittagszeit zunächst in Grenzen: Insgesamt traten neben "Grup Yorum" noch acht weitere Bands auf - der Auftritt der Kult-Gruppe, zu deren "Volkskonzert" in Istanbul im Jahr 2014 mehr als eine Million Menschen gekommen waren, war erst auf 18 Uhr angesetzt. Bis dahin fand neben den Auftritten der in Deutschland weniger bekannten Bands ein buntes Kulturprogramm auf dem Gelände des Parkplatzes statt: In Trauben trafen die Menschen ein, am Eingang verteilte rote Fahnen verliehen revolutionäres Flair ebenso wie die dankbar beklatschten Sprechchöre, welche die Stimmung für die Idole von "Grup Yorum" vorbereiteten.

Kulinarische Spezialitäten und Infostände gaben der politischen Kundgebung Volksfestcharakter. Beim traditionellen Rundtanz, zu dem sich auch die Einheimischen unterhakten, kam später Stimmung auf. Mit Bussen aus dem ganzen Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland waren die Besucher in die Johannisau transportiert worden, die Auflagen waren vor allem auf die Örtlichkeit zugeschnitten: Um 21.30 Uhr musste die Veranstaltung beendet sein, bei der Verwendung von Lautsprecheranlagen und mobilen Musiksystemen mussten die Veranstalter auf das allgemeine Ruhebedürfnis der Anwohner Rücksicht nehmen. Für die Versammlungsteilnehmer galt zudem ein Vermummungsverbot. Die Ordnungspolizeibehörde sowie das Polizeipräsidium Osthessen waren engmaschig in die Begleitung der Kundgebung eingebunden, knapp über 100 Beamte waren im Einsatz.

"Wir schätzen die Anzahl der Besucher bei der Kundgebung auf rund 2.000. Im Verlauf des Tages kam es zu keinerlei Zwischenfällen, die Durchführung vonseiten der Veranstalter war vorbildlich. Die Veranstaltung muss um 21.30 Uhr beendet sein, größere Abbauarbeiten dürfen allerdings erst am Montagmorgen durchgeführt werden", erklärte Martin Schäfer, Leiter der Presse-Stelle des Polizeipräsidiums Fulda. (mau) +++















Willi Schulze-Barantin, Landesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, Landesverband Hessen



























Abdulkerim Demir vom Ausländerbeirat der Stadt Fulda (links)

Karin Masche (links)



























































Neben der \"Grup Yorum\" traten acht weitere Bands auf.

Mitglieder der \"Grup Yorum\"