Borussia Düsseldorf neuer, alter Meister

Einmal mehr: TTC Fulda-Maberzell unterliegt dem Serienmeister deutlich

Der neue, alte deutsche Meister: Borussia Düsseldorf
Fotos: Jonas Wenzel

11.06.2017 / TISCHTENNIS - Sie haben ein Wunder gebraucht - und das blieb aus. Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat das Finale um die deutsche Meisterschaft am Samstag in der Frankfurter Fraport Arena verloren. Serienmeister Borussia Düsseldorf behielt ungefährdet mit 3:0 (3:1, 3:0, 3:1) die Oberhand und sicherte sich seine 29. Meisterschaft. Fulda hingegen verlor zum siebten Mal ein Finale gegen Düsseldorf.

Er hatte sich etwas überlegt. Fuldas Trainer Qing Yu Meng überraschte mit der Maßnahme, Abwehrspezialist Ruwen Filus auf Position drei zu setzen. Der Mann, der Fulda mit starken Leistungen ins Finale führte, würde also nur einmal auftreten an diesem Samstagnachmittag. Meng spekulierte auf eine Überraschung Jonathan Groths gegen Superstar Timo Boll.

Denn dieser ist bekanntlich gegen Abwehrspieler eine Macht. Groth, der dänische Angreifer, sollte Boll ärgern. Und so die Chance in den anderen Duellen – Wang Xi gegen Kristian Karlsson und Ruwen Filus gegen Anton Källberg – erhöhen. „Ich habe umgestellt, weil Jonathan gegen Timo gute Chancen hatte“, begründete Meng seine Aufstellung. Doch der Plan ging nicht auf. Das lag aber weniger an Groth selbst. Denn der zeigte eine ganz starke Vorstellung und ärgerte Timo Boll ein ums andere Mal.

Am Ende ging das Duell – nach drei umkämpften Sätzen – mit 3:1 an Boll, der nervenstark blieb und sich vom durchwachsenen Auftakt nicht aus der Ruhe bringen ließ. Lediglich Satz vier war mit 11:3 eine klare Nummer. Und das, obwohl sich Deutschlands bekanntester Spieler unter der Woche mit einem grippalen Infekt herumschlug. „Die Weltmeisterschaft hat mich doch etwas mitgenommen“, sagte Boll nach dem Finale auf der Pressekonferenz.

Dass sich der Düsseldorfer schwer tat, hatte auch sein Trainer Danny Heister erkannt. „Wir hatten Glück, dass Timo das erste Duell gewonnen hat.“ Ähnlich sah es TTC-Spieler Ruwen Filus: „Jonathan hat das sehr gut gemacht, er hätte mit etwas Glück das 1:0 machen können.“ So aber liefen die Fuldaer trotz gutem Auftakt einem Rückstand hinterher und die Ausgangslage wurde noch komplizierter.

Dass Wang Xi und Ruwen Filus nicht ihre besten Tage erwischten, machte das Unterfangen noch schwieriger. „Wir haben gebraucht, um ins Spiel zu finden. Heute hat es einfach nicht gereicht“, musste Filus feststellen. Denn vor allem Fuldas Nummer eins, Xi, schien beinahe völlig von der Rolle.

Sein Gegner, Karlsson, hatte kaum Mühen und kam zu einem deutlichen 3:0. Der Schwede trat mit ordentlich Wut im Bauch im Finale an. „Die WM war für ihn enttäuschend. Hut ab, wie er heute gespielt hat“, lobte Heister seinen Schützling, der mit einem klaren 3:0 für die Vorentscheidung sorgte. Den Deckel auf ein deutliches Finale machte schließlich ein weiterer Düsseldorfer Jungspund.

Anton Källberg, 19-jähriges Talent aus Schweden, bezwang Filus in vier Sätzen mit 3:1 und holte den nötigen dritten Punkt zur Titelverteidigung. „Das war ein super Duell, Anton hat das sehr, sehr gut gemacht“, hatte auch TTC-Trainer Meng lobende Worte für Düsseldorfs Youngster über.

Das Finale um die deutsche Meisterschaft, es ging seinen erwarteten Gang und fand mit Borussia Düsseldorf den erwarteten Sieger. Der 29. Titel der Vereinsgeschichte war perfekt. Es war das insgesamt siebte Finale zwischen den beiden Dauerrivalen. „Ich hoffe, dass wir noch eine achte Möglichkeit bekommen“, sagte Qing Yu Meng nach dem Spiel. Und nicht nur Meng musste anschließend ein wenig schmunzeln. (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell - Borussia Düsseldorf 0:3

Jonathan Groth - Timo Boll 1:3 (11:9, 9:11, 10:12, 3:11)

Wang Xi - Kristian Karlsson 0:3 (5:11, 7:11, 5:11)

Ruwen Filus - Anton Källberg 1:3 (6:11, 11:7, 5:11, 8:11)

Zuschauer: 2.500. +++

Platz zwei für den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell







Ebnete den Weg zur Titelverteidigung: Düsseldorfs Superstar Timo Boll

Enttäuschung bei Jonathan Groth: der TTC muss sich mit Platz zwei begnügen