80 Unternehmen, 3.500 Menschen, 102 Hektar

Vom Agrargebiet zum Technologiepark: 40 Jahre Industriepark Fulda-West

Stadtnah, gute Verkehrsanbindung und innere Vernetzung: Der Industriepark Fulda-West nahe Rodges feiert in der nächsten Woche sein 40-jähriges Jubiläum.
Foto: Hendrik Urbin

17.06.2017 / FULDA - Der Industriepark Fulda-West nahe Rodges kann auf mehr als 102 Hektar Fläche über 80 Unternehmen mit rund 3.500 Beschäftigten vom kreativen Dienstleister bis zum internationalen Konzern vereinen. Vor 40 Jahren wurde er als dringend benötigte Ausweichfläche eröffnet, heute ist er eines der Aushängeschilder osthessischer Wirtschaftsleistung.
Durch die Ausweitung der Gemarkungsfläche der Stadt Fulda im Zuge der Gebietsreform 1972 wurden neue Industrie- und Gewerbeflächen benötigt, die Ansiedlungsflächen im Kohlhäuser Feld und im Eisweiher waren bereits damals knapp. Die riesige Fläche nahe des neu eingegliederten Fuldaer Stadtteils Rodges schien perfekt: Sowohl verkehrstechnisch als auch geologisch hatten Standortuntersuchungen die Vorteile des Areals aufgezeigt, mit der Erschließung wurde bereits 1979 begonnen. Eine Brücke über die Bundesstraße 254 und die Bahnlinie Fulda-Gießen sowie die Anbindung an die B 254 und der Ausbau der Haupterschließungsstraße schufen die logistischen Grundvoraussetzungen. Die ersten Betriebe, die Platz für Qualität "made in Fulda" brauchten, folgten schnell: Das Fuldaer Unternehmen AMI-Kunststoffwerk, vormals in Haimbach zu Hause, wurde in den Industriepark ausgelagert, als zweites Unternehmen folgte die fränkische Firma Isolrohr, die auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern ummantelte Rohre produzierte. Die Entscheidung der Milupa AG, im Jahr 1983 am Standort Fulda ein neues Werk zu errichten, verlieh dem Industriepark Fulda-West neue Bedeutung: Auf einer 15 Hektar großen Fläche entstanden neue Arbeitsplätze, die Fuldaer Gewerbestruktur wurde durch die Ansiedlung des Branchenriesen, der vor Ort Babynahrung produzierte, nachhaltig verbessert.

Private Filmaufnahmen aus den 1980er-Jahren zeigen die Größe des weitgehend unbebauten Areals eindrücklich:
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Inzwischen sind mehr als 80 Unternehmen im Industriepark angesiedelt, der Branchen-Mix schafft ungewohnte Synergie-Effekte: "Wir sind technologielastig aufgestellt, aber grundsätzlich profitieren alle von der guten Infrastruktur vor Ort und der Vernetzung der Betriebe im Industriepark: Die Wege sind kurz und man kennt die Kompetenzen der anderen, gemeinsame Projekte können schnell realisiert werden. Wer hat schon von der Babynahrung bis hin zu Spezialmaschinen so viel im Portfolio?", erklärt Manfred Hahl, Geschäftsführer der FFT Group, die bereits im Jahr 2001 eine Produktions- und Montagehalle und ein Bürogebäude im Industriepark errichtete. Hahl hat die Interessengemeinschaft Fulda-West mitbegründet und erinnert sich an Zeiten, als um die Betriebsgebäude herum jede Menge Platz war: "Anfangs war rundum grüne Wiese, erst langsam wurden die Kapazitäten ausgeschöpft. 102 Hektar, das bedeutet inzwischen rund 3.500 Beschäftigte. Für die haben wir nicht zuletzt im Jahr 2015 die Interessengemeinschaft gegründet: Seit Ende 2016 hat der Industriepark von Montag bis Freitag mit 13 Fahrten im Stundentakt eine Stadtbus-Anbindung, bessere Parkplatzmöglichkeiten für Lastkraftwagen werden zudem die Flächen der Unternehmen entlasten", so Hahl. 35 Mitgliedsbetriebe zählt die Interessengemeinschaft inzwischen, manche der Wünsche müssen trotz Manpower und Wirtschaftskraft noch warten: "Inzwischen ist die Fläche im Industriepark sehr knapp geworden – neben einer Tankstelle wäre ein Restaurant und eventuell sogar eine Kindertagesstätte wünschenswert. Die Plätze sind aber weiter sehr attraktiv – momentan sind dafür einfach keine Kapazitäten vorhanden", erklärt Hahl.

In der nächsten Woche feiert der Industriepark Fulda-West sein 40-jähriges Jubiläum: Beim Tag der offenen Tür am Samstag, 17. Juni, können sich Besucher ab 11 Uhr von der Vielfalt und Innovationskraft der Unternehmen vor Ort überzeugen. Der offizielle Startschuss ist um 11 Uhr auf dem Firmengelände der FFT Produktionssysteme in der Schleyerstraße 1. Im Laufe des Tages gibt es zahlreiche Aktionen, für das leibliche Wohl und die jungen Gäste ist bestens gesorgt. (Marius Auth) +++

\"Anfangs war rundum grüne Wiese\": Manfred Hahl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Industriepark Fulda-West, in seinem Büro bei FFT Produktionssysteme.
Foto: Marius Auth
Auch der Babynahrungshersteller Milupa eröffnete ein Werk für Säuglings- und medizinische Spezialnahrung im Industriepark.
Foto: Marius Auth
Eine Luftaufnahme aus Anfangszeiten zeigt die großzügigen Dimensionen: 102 Hektar Ansiedlungsfläche bietet der Industriepark Fulda-West westlich von Rodges.
Foto: Stadtarchiv Fulda
Schon früh siedelten sich Niederlassungen internationaler Konzerne, hier das Gebäude der Cranpac GmbH, im Industriepark an.
Foto: Stadtarchiv Fulda
\"Von der Infrastruktur profitieren alle\": Synergie-Effekte machen den Standort für die angesiedelten Unternehmen attraktiv.
Foto: Marius Auth
Das Spektrum der Unternehmen reicht vom kreativen Dienstleister bis zum Maschinenbauunternehmen.
Foto: Marius Auth
Knappe Kapazitäten: Mehr als 80 Unternehmen sind angesiedelt, für Zukunftspläne wie Tankstelle, Kindertagesstätte und Restaurant fehlen momentan freie Flächen.
Foto: Marius Auth