Warum heißen die so? (3)

SV Sparta Motzfeld - Wo Siegeswille und Kampfgeist zählen


Montage: Janina Hohmann

16.06.2017 / FUSSBALL - Sie heißen Germania, Buchonia, Alemannia oder Britannia. Sieht man sich im Fußball-Raum Osthessen um, stechen einem die teils kuriosen Namen der Vereine ins Auge. In der neuen Serie von ON|Sport gehen wir deren Geschichte und Bedeutung auf den Grund. Im dritten Teil geht es um den SV Sparta Motzfeld aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Rot und Weiß – das sind die Farben des SV Sparta Motzfeld 1930 e.V. „Wahnsinn? Das ist Sparta!“ Einen für Sportler geradezu maßgeschneiderten, ja stolzen Namen trägt der Verein aus dem Ortsteil der Gemeinde Friedewald.

Siegeswillig, zielstrebig und streng mit sich selbst sollen die griechischen Spartiaten gewesen sein, die einst als Elitekämpfer das Rückgrat des spartanischen Heeres bildeten. Kein Wunder also, dass alte Traditionsvereine wie Sparta Prag oder Sparta Rotterdam sich mit dieser Bezeichnung schmücken, die auf Kampfkraft, Disziplin und Widerstand der antiken Recken sowie auf den Gladiatoren Spartakus, der im Jahr 73 vor Christus den Römern die Stirn bot, anspielt.

Genauso hält es der SV Sparta Motzfeld, der am 26. Oktober 1930 aus der Taufe gehoben wurde. Gekickt wird auf der „Hasenheide“ – der vor mehr als 200 Jahren von „Turnvater“ Jahn geschaffene Turnplatz in der Berliner Hasenheide lässt grüßen – nur noch selten. Im Sommer 2015 zogen sich die Motzfelder, die zuletzt eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Ausbach und TSV Friedewald (SG Ausbach/Friedewald; Kreisliga A Hünfeld-Hersfeld) eingegangen waren, aus dem Seniorenfußball zurück.

Damen- und Herrengymnastik, Wandern und der Alte Herren-Trainingsbetrieb im Verbund mit den Nachbarn aus Friedewald bilden jetzt die Pfeiler des Vereins, dem knapp 200 Mitglieder die Treue halten. Pflichttermin auf der „Hasenheide“ ist das obligatorische Hobby-Fußball-Turnier, das am Sonntag, 25. Juni, steigt.

Rückblick rund ums runde Leder: Ein Highlight der Vereinsgeschichte war, als der ersten Mannschaft 1975 der Aufstieg in die A-Klasse glückte. Zwischen November 1996 und Sommer 1997 sorgten die Kicker als „Tabellenstürmer“ weit über die Grenzen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg hinaus für Schlagzeilen. Hitradio FFH sei Dank. Und tatsächlich schaffte der SV Sparta Motzfeld den Wiederaufstieg in die A-Klasse.

Auf ihre Wurzeln besannen sich die „Spartaner“ an ihrem siebzigsten Geburtstag: 2000 eroberten 53 reiselustige Kämpfer die griechische Halbinsel Peloponnes, um in der Landstadt Sparta ein Freundschaftsspiel gegen die hiesige „Veteranenelf“ zu bestreiten. 2004 statteten die Motzfelder ihrem Berliner Namensvetter, dem SV Sparta Lichtenberg 1911, einen Besuch ab. Nicht zu vergessen: der Abstecher zum Volkspark Hasenheide in Berlin-Neukölln. Nomen est omen … (Stefanie Harth) +++