Nach Angriff im Hochschulparkhaus

Mehr Beleuchtung und Kameras? - Petition für mehr Sicherheit an Hochschule

Den Studierenden der Hochschule ist das Parkhaus zu dunkel und einsam - besonders, nachdem hier eine Studentin verprügelt wurde.
Fotos: Julius Böhm

15.06.2016 / FULDA - "Hinterrücks überfallen und geschlagen" - so lauteten vor knapp einem Monat die Schlagzeilen. Eine 25-jährige Studentin war im Parkhaus der Fuldaer Hochschule während des normalen Campus-Betriebs von einem Unbekannten krankenhausreif geprügelt worden. Und zwar grundlos. "Soll man darauf warten, dass das dem Nächsten passiert?", fragen nun einige Studierende und haben eine Petition gestartet: "Mehr Sicherheit für den Campus der Hochschule Fulda" heißt sie und wurde bereits am zweiten Tag an die tausend Mal unterschrieben.

Es war der 21. Mai. Der letzte Tag der Hochschultage. Ein Kulturfestival, das alljährlich zahlreiche Menschen auf den Campus in der Leipziger Straße lockt. Für eine 25-jährige Studentin sollte dieser Tag jedoch alles andere als schön beginnen: Als sie gegen halb neun eine Tasche in ihr Auto im Parkhaus stellen wollte, schlug sie auf einmal von hinten ein Mann gegen den Kopf. Sie stürzte, schrie um Hilfe. Erst als eine zufällig vorbeilaufende Passantin auf den Vorfall aufmerksam wurde, ließ er von ihr ab und rannte weg. Die Studentin wurde ins Krankenhaus gebracht: Jochbeinbruch. Noch viel schlimmer aber: Bis heute wurde der Täter nicht gefasst.

Warum das so ist, darüber lässt sich nur spekulieren. Feststeht jedoch: In dem Parkhaus nahe des Campus', das von Studierenden sowie Angestellten der Hochschule genutzt wird, gibt es weder Überwachungskameras noch Sicherheitspersonal. "Und auch keine ausreichende Beleuchtung", findet Fabian Spohn. Gemeinsam mit einem seiner Kommilitonen, Dominik Schüler, läuft er bereits den ganzen Vormittag in der Mensa hin und her, spricht Studierende an, erzählt ihnen von dem Vorfall. Zusammen mit dem Fachschaftsrat haben die beiden eine Petition ins Leben gerufen.

"Es war einfach an der Zeit, das Thema Sicherheit aufzugreifen", sagen die beiden Studierenden. Mitten auf dem Campus könne man sich zwar sicher fühlen, immerhin sei man da ja auch selten allein. Aber sobald die Studierenden zu einem der insgesamt drei Parkplätze laufen müssten, sei es damit vorbei. "Es geht nicht nur um das Parkhaus, in dem unsere Kommilitonin verprügelt wurde. Auch der Weg zu einem der anderen Parkplätze ist sehr einsam und schlecht beleuchtet. Wenn du hier schreist, hört dich niemand!" Zehn Minuten läuft man zu dem Parkplatz an den Sportplätzen. Vorausgesetzt man geht zügig. Und tatsächlich: Inmitten der hohen Gebüsche, die rechts und links den Weg zieren, kann es einem schon kalt den Rücken herunterlaufen. "Vor allem, wenn man weiß, was unserer Kommilitonin passiert ist."



Seitdem, berichten die beiden, gäbe es viele, vor allem weibliche, Studierende, die sich nicht mehr ohne Weiteres zu den abgelegenen Parkplätzen und in das Parkhaus trauen würden. "Und genau deswegen wollen wir, dass die Leitung der Hochschule sich Gedanken um Maßnahmen macht, die zur Sicherheit beitragen." Mit den Unterschriften, die sie sammeln, wollen die jungen Leute zeigen, dass es eine breite Masse gibt, der das wichtig ist. Und dass das so ist, wird von der Leitung der Hochschule positiv bewertet. "Wir nehmen das Thema ernst", sagt Pressesprecherin Dr. Antje Mohr am Dienstagabend auf Anfrage von OSTHESSEN|NEWS. Allerdings sei es nicht unbedingt einfach, die Vorschläge der Studierenden wie Videoüberwachung oder Wachpersonal in die Tat umzusetzen. "Da geht es um Datenschutz", heißt es. 



Aber selbst, wenn das Parkhaus und die Wege nur besser beleuchtet werden würden, wäre das ein kleiner Erfolg für die Studierenden. Und da, so heißt es am Dienstagabend, sei die Abteilung Gebäudemanagement bereits dran, nachdem der Vorfall Anfang Juni im Hochschulsenat angesprochen wurde. "Man sollte nach diesem Vorfall einfach nicht so tun, als wäre alles in Ordnung", fordern Spohn und Schüler. Die knapp 1.000 Stimmen, die seit Montag online und auf den Formularen, mit denen die Männer herumgelaufen sind, abgegeben wurden, bestätigen sie in dem, was sie tun. "Man sieht, es geht nicht nur uns so." (sur) +++

Die Petition ist HIER zu finden.